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  • Figma Config 2026: Alle neuen Tools und Ankündigungen im Überblick

    Figma Config 2026: Alle neuen Tools und Ankündigungen im Überblick

    Jedes Jahr richtet sich der Blick der Designwelt auf die Figma Config. Was Apple für Hardware oder Google für KI ist, ist die Config für Designer, Product Teams und Entwickler. Neue Funktionen, Produktankündigungen und strategische Ausrichtungen geben meist schon heute vor, wie digitales Design morgen aussehen wird.

    Auch die Figma Config 2026 hat diese Erwartungen erfüllt. Statt kleiner Verbesserungen standen diesmal grundlegende Veränderungen im Mittelpunkt. Figma entwickelt sich immer stärker von einem reinen Design-Tool zu einer Plattform, auf der Gestaltung, Entwicklung und künstliche Intelligenz nahtlos zusammenarbeiten.

    Config 2026 von Figma: Was können uns für Funktionen erwarten?
    • Code Layers: Code wird Teil der Designfläche
    • Figma Motion bringt Animationen direkt ins Design
    • Shader machen Oberflächen deutlich lebendiger
    • Generative Plugins ohne Programmierung
    • Figma Weave wird zur KI-Canvas
    • Der Figma Agent wird deutlich intelligenter
    • Wann sind die neuen Figma-Tools verfügbar?
    • Warum diese Config anders ist als die vergangenen Jahre

    Die große Botschaft der Config 2026

    Bereits zu Beginn der Keynote machte CEO Dylan Field deutlich, wohin die Reise geht.

    Die Diskussion „Design oder Code“ sei laut ihm die falsche Frage. Stattdessen versteht Figma Code künftig als weiteres Gestaltungsmaterial – genau wie Farben, Bilder, Typografie oder Vektoren.

    Passend dazu lautete das Motto der diesjährigen Config „Limitless expression on the canvas“. Die Canvas soll künftig nicht nur Layouts enthalten, sondern auch Code, Animationen, Shader, KI-Agenten und komplette Workflows.

    Damit verändert sich die Rolle von Figma grundlegend. Statt Designs lediglich an Entwickler zu übergeben, möchte das Unternehmen den gesamten Entstehungsprozess auf einer gemeinsamen Plattform vereinen.

    Code Layers: Code wird Teil der Designfläche

    Die vermutlich größte Neuerung der Config 2026 sind die neuen Code Layers.

    Mit nur einem Klick oder per Prompt lassen sich normale Design-Elemente in interaktive Code-Komponenten umwandeln. Genauso einfach können Designer anschließend wieder zur klassischen Designansicht wechseln.

    Besonders spannend ist dabei der Workflow: Änderungen im Design lassen sich direkt zurück in den Code übertragen, während bestehende Code-Projekte wieder auf die Canvas geholt werden können.

    Damit verschwimmt die Grenze zwischen Design und Entwicklung stärker als jemals zuvor.

    Gerade Teams, die bereits mit Design-Systemen arbeiten, dürften von diesem Ansatz profitieren.

    Figma Motion bringt Animationen direkt ins Design

    Figma Motion vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Animationen gehörten bislang häufig zu den letzten Schritten eines Projekts. Mit Figma Motion ändert sich das.

    Erstmals lassen sich Bewegungen direkt innerhalb von Figma erstellen. Über eine klassische Timeline mit Keyframes, Presets und Easing-Kurven können Animationen aufgebaut und anschließend direkt exportiert werden. Besonders interessant ist dabei die Verbindung zu Design-Systemen.

    Wird eine Komponente einmal animiert, übernimmt jede weitere Instanz dieselbe Bewegung automatisch. Entwickler können die Animation anschließend direkt als CSS, React oder JSON übernehmen. Dadurch wird Motion nicht nur zu einem Design-Werkzeug, sondern gleichzeitig Teil der Entwicklung.

    Die Oberfläche von Figma Motion vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Shader machen Oberflächen deutlich lebendiger

    Figma Shaders vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Eine weitere große Neuerung sind die neuen Shader Fills & Effects.

    Bisher waren Shader eher Spezialisten vorbehalten. Jetzt genügt eine Beschreibung oder ein Referenzbild und der integrierte Figma-Agent erstellt den gewünschten Effekt automatisch.

    Dadurch entstehen Materialien, Lichtverläufe oder dynamische Oberflächen direkt auf der Canvas.

    Besonders spannend: Die erzeugten Shader bleiben editierbar und können über Parameter jederzeit angepasst werden.

    Damit werden komplexe visuelle Effekte erstmals auch für Designer zugänglich, die bisher keinerlei Erfahrung mit Shader-Programmierung hatten.

    Generative Plugins ohne Programmierung

    Generative Plugins im Einsatz vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved
    Bilder sind im Kreis angeordnet
    © Figma, All Rights Reserved

    Auch Plugins sollen deutlich einfacher entstehen. Mit den neuen Generative Plugins beschreibt man lediglich, welches Werkzeug man benötigt. Anschließend erstellt Figma automatisch ein funktionierendes Plugin inklusive Reglern und Parametern.

    Lokale Entwicklungsumgebungen oder Kenntnisse der Plugin-API werden dafür nicht mehr benötigt. Damit dürfte die Anzahl individueller Werkzeuge innerhalb von Figma in Zukunft deutlich steigen.

    Figma Weave wird zur KI-Canvas

    Figma Weaver vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Übernahme des KI-Start-ups Weavy für Aufmerksamkeit. Auf der Config 2026 wurde nun erstmals gezeigt, wohin diese Entwicklung führt.

    Mit Figma Weave entsteht eine komplett neue Arbeitsfläche für generative Prozesse.

    Statt einzelne Prompts zu schreiben, lassen sich komplette KI-Workflows aufbauen. Mehrere Modelle können miteinander kombiniert, Ergebnisse verglichen und wiederverwendbare Prozesse erstellt werden.

    Der Fokus liegt also nicht mehr auf einem einzelnen KI-Ergebnis, sondern auf einem nachvollziehbaren kreativen Prozess.

    Der Figma Agent wird deutlich intelligenter

    Figma Agent vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Auch der bereits bekannte Figma Agent wurde umfangreich erweitert.

    Neu sind unter anderem Skills, mit denen sich wiederkehrende Arbeitsabläufe speichern lassen. Dazu kommen Connectors, über die der Agent auf Dienste wie GitHub, Slack, Notion oder Atlassian zugreifen kann.

    Zusätzlich können Dokumente, Briefings oder Recherchen direkt als Anhänge eingebunden werden.

    Damit entwickelt sich der Agent immer stärker zu einem persönlichen Projektassistenten, der den gesamten Designprozess versteht und begleitet.

    Wann sind die neuen Figma-Tools verfügbar?

    Nicht alle auf der Figma Config 2026 vorgestellten Funktionen können bereits von jedem genutzt werden. Während einige Neuerungen seit dem 24. Juni als Open Beta schrittweise ausgerollt werden, befinden sich andere noch in einer geschlossenen Testphase.

    – Bereits verfügbar (Open Beta) –

    Folgende Funktionen werden seit dem 24. Juni 2026 schrittweise für Nutzer freigeschaltet:

    • Figma Motion – als Open Beta auf allen Plänen verfügbar. Für das Veröffentlichen animierter Komponenten oder hochauflösende Exporte wird jedoch ein bezahlter Full Seat benötigt.
    • Shader Fills & Effects – die Erstellung eigener Shader ist für Nutzer mit einem Full Seat auf kostenpflichtigen Plänen verfügbar.
    • Generative Plugins – werden seit der Config schrittweise für Figma Design, Draw und Motion auf kostenpflichtigen Plänen freigeschaltet.
    • Figma Weave – rollt für Professional-, Organization- und Enterprise-Pläne mit Full Seat aus.
    • Der neue Figma Agent – steht ebenfalls als Open Beta für Professional-, Organization- und Enterprise-Kunden zur Verfügung und wird kontinuierlich erweitert.

    – Noch nicht allgemein verfügbar –

    Eine der spannendsten Neuerungen ist aktuell noch nicht frei zugänglich:

    • Code Layers befinden sich derzeit in einer Closed Beta. Der Early Access startet im Juli 2026 und erfolgt zunächst über eine Warteliste.

    – Weitere Funktionen folgen –

    Über dieselbe Warteliste können sich Interessierte außerdem für kommende Features anmelden. Dazu gehören unter anderem:

    • Code Layers
    • Native 3D-Transforms für Figma Design
    • Der Figma Agent für FigJam und Figma Slides

    Ein weiterer Vorteil während der Beta-Phase: Agent, Shader, Generative Plugins und Weave verbrauchen aktuell keine AI-Credits. Erst mit der allgemeinen Veröffentlichung soll das reguläre Credit-System von Figma greifen.

    Warum diese Config anders ist als die vergangenen Jahre

    In den vergangenen Jahren standen häufig einzelne Produkte im Mittelpunkt.

    2025 präsentierte Figma beispielsweise Figma Make, Figma Sites, Figma Buzz und Figma Draw.

    2026 verfolgt das Unternehmen dagegen einen deutlich größeren Ansatz.

    Nahezu alle neuen Funktionen greifen ineinander. Code Layers, Motion, Shader, Generative Plugins, Weave und der Agent bilden gemeinsam ein System, das Designer während des gesamten Projekts begleitet.

    Genau dadurch wirkt die Config 2026 weniger wie eine Sammlung einzelner Features und deutlich stärker wie die nächste Entwicklungsstufe der gesamten Plattform.

    Was die Config 2026 über die Zukunft von Figma verrät

    Besonders auffällig ist, dass Figma immer weniger zwischen Design und Entwicklung unterscheidet.

    Viele der neuen Funktionen richten sich gleichzeitig an Designer und Entwickler. Animationen liefern direkt den passenden Code, Komponenten lassen sich in beide Richtungen synchronisieren und KI unterstützt mittlerweile nahezu jeden Arbeitsschritt.

    Dadurch positioniert sich Figma zunehmend als zentrale Plattform für digitale Produktentwicklung.

    Gleichzeitig wächst der Wettbewerb. Mit Google Stitch, KI-Coding-Tools wie Cursor oder Replit und immer leistungsfähigeren Design-KIs entwickelt sich der Markt schneller denn je.

    Die Antwort von Figma ist dabei eindeutig: Statt weitere Einzelfunktionen zu entwickeln, soll künftig die gesamte Produktentwicklung auf einer gemeinsamen Canvas stattfinden.

    Wer die komplette Keynote noch einmal ansehen möchte, findet sie auf dem offiziellen Figma YouTube-Kanal. Einen Überblick über alle angekündigten Funktionen gibt außerdem die Config-2026-Seite von Figma.

    Alina

    Juni 25, 2026
    Design verstehen, Wissenwertes
  • Human Centered Design: 6 wichtige Erfolgsfaktoren für Produkte

    Human Centered Design: 6 wichtige Erfolgsfaktoren für Produkte

    Warum scheitern manche Produkte, Websites oder Kampagnen, obwohl sie gut aussehen und technisch einwandfrei funktionieren? Oft liegt die Antwort darin, dass sie nicht konsequent für die Menschen entwickelt wurden, die sie nutzen sollen.


    Genau hier setzt Human Centered Design (HCD) an. Dieser Designansatz stellt den Menschen und seine Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt des gesamten Gestaltungsprozesses. Statt Entscheidungen allein auf Basis von Annahmen, Designvorlieben oder Unternehmenszielen zu treffen, orientiert sich Human Centered Design an den tatsächlichen Verhaltensweisen und Problemen der Nutzer:innen.

    Human Centered Design Prozess

    Human Centered Design – Definition und internationaler Standard

    Definition: Human Centered Design ist „ein Ansatz zur Gestaltung interaktiver Systeme, der darauf abzielt, Systeme gebrauchstauglich und nützlich zu machen. Dies geschieht durch die konsequente Ausrichtung an den Nutzenden, ihren Bedürfnissen und Anforderungen sowie durch die Anwendung von Erkenntnissen und Methoden aus den Bereichen Human Factors (Mensch-Maschine-Interaktion), Ergonomie und Usability. Der Ansatz erhöht die Effektivität und Effizienz von Systemen, verbessert das menschliche Wohlbefinden, die Nutzerzufriedenheit, die Barrierefreiheit und die Nachhaltigkeit. Gleichzeitig trägt er dazu bei, mögliche negative Auswirkungen der Nutzung auf Gesundheit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Menschen zu vermeiden.“ (DIN EN ISO 9241-210)

    Human Centered Design klingt zunächst nach einem sympathischen Buzzword aus der Kreativbranche. Tatsächlich steckt dahinter jedoch ein klar definierter und genormter Ansatz. Im Kern geht es darum, Produkte, seien es Services, Websites, Maschinen oder Kampagnen, nicht aus Unternehmenssicht zu entwickeln, sondern konsequent aus der Perspektive der Menschen, die sie später nutzen.

    Das heißt also, man versetzt sich einfach in die Perspektive der Nutzer:innen, richtig? Nicht ganz. Der Grundbaustein des Human Centered Design liegt darin, wirklich die Nutzer:innen samt Nutzungskontext und Nutzungsverhalten zu verstehen. Damit schließt man ihre Wünsche und Probleme ein. Sie sind hier die Expert:innen. Das liegt daran, dass sie das jeweilige Produkt über einen längeren Zeitraum nutzen und sich sehr gut mit den Eigenheiten und Problemen der Nutzungssituation auskennen. Genau aus diesem Grund werden Nutzer:innen sogar oftmals in den Designprozess eingebunden.

    Der Begriff „Human Centered Design“ (HCD) wird heute vor allem mit dem Kognitionswissenschaftler, Autor und UX-Pionier Donald Norman verbunden, der Ende der 80er Jahre den Ansatz maßgeblich geprägt und popularisiert hat. Die Wurzeln des Konzepts reichen jedoch weiter zurück. Bereits in den 1950er- und 1960er Jahren entstanden beispielsweise in Ingenieurwesen, Ergonomie, aber auch in der Psychologie Ideen, die den Menschen in den Mittelpunkt der Gestaltung stellten.

    Human Centered Design Prozess – Die Kernprinzipien nach der Internationalen Organisation für Normung (ISO 9241-210:2019)

    Human Centered Design ist kein starres Regelwerk, sondern ein strukturierter und gleichzeitig iterativer Prozess. Die internationale Norm ISO 9241-210 beschreibt zentrale Prinzipien und Aktivitäten, die dabei helfen, Produkte, Services und Systeme konsequent an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. In der Praxis lässt sich der Human-Centered-Design-Prozess in fünf aufeinander aufbauende Phasen unterteilen: Von der Analyse der Nutzerbedürfnisse bis zur kontinuierlichen Optimierung der entwickelten Lösung.

    1 ) Den Prozess planen: Bevor gestaltet wird, wird geplant. In dieser Phase werden Ziele, Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten und Methoden festgelegt. Wer ist beteiligt? Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Welche Daten, Interviews oder Tests brauchen wir? Was muss für die Interviews vorbereitet werden? Und woran erkennen wir später, ob die Lösung funktioniert?

    Diese Phase klingt zunächst wenig glamourös, ist nichtsdestotrotz entscheidend. Denn ohne klare Planung wird Human Centered Design schnell zu einem hübschen Workshop mit bunten Post-its, aber eine echte Wirkung lässt zu wünschen übrig.


      2 ) Nutzungskontext verstehen: Der Nutzungskontext umfasst die Menschen, für die gestaltet wird, ihr Verhalten sowie die Umgebung, in der sie ein Produkt, eine Website oder einen Service nutzen.

      Wer sind die Nutzer? Welche Aufgaben möchten sie erledigen? In welcher Situation, Umgebung oder Stimmung findet die Nutzung statt?

      Die ISO 9241-210 beschreibt diesen Schritt als das Verständnis von Nutzenden, Aufgaben und Nutzungskontext. Genau daraus entsteht die Grundlage für jede Gestaltungslösung. Denn gutes Design basiert nicht auf Annahmen, sondern auf einem tiefen Verständnis der tatsächlichen Nutzer:innen und ihrer Arbeitsumgebung. Erst wenn Bedürfnisse, Erwartungen, Routinen und mögliche Hürden bekannt sind, können Lösungen entwickelt werden, die im Alltag hilfreich und nutzbar sind.

        Methoden: Nutzerinterviews, Beobachtung / Shadowing, Kontextanalyse, Umfragen, Tagebuchstudien, Analyse bestehender Daten, Rollenspiel, Wettbewerbsanalyse


        3 ) Nutzungsanforderungen ableiten und definieren: Aus den Erkenntnissen werden konkrete Anforderungen abgeleitet. Das bedeutet: Die Bedürfnisse der Nutzer:innen werden in klare, überprüfbare Kriterien übersetzt.

        Beispiel für Nutzungsanforderungen: Statt allgemein zu sagen „Die Kaffeemaschine soll innovativ sein.“ → „Nutzende sollen ihren Kaffee zubereiten können, ohne vorher die Bedienungsanleitung lesen zu müssen.“

        Methoden: Personas, Empathy Maps, Customer Journey Mapping, Problem Statement, User Stories, Jobs-to-be-Done, Anforderungskatalog


        4 ) Human Centered Design Lösungen entwickeln: Bei der Entwicklung der Gestaltungslösungen ist es erforderlich, nach dem User Experience (UX) Prinzip zu arbeiten. Es reicht also nicht, dass eine Website technisch funktioniert oder ein Produkt formal seinen Zweck erfüllt. Sondern wie die Nutzenden das Produkt erleben. Ist es verständlich, angenehm, effizient und vielleicht sogar ein kleines bisschen erfreulich? Oder wird eine Funktion des Produkt vielleicht gar nicht wahrgenommen? Auch das kann positiv sein (Invisible Design). Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht darum geht, sofort die perfekte Lösung parat zu haben. Es geht darum, mögliche Lösungen sichtbar und diskutierbar zu machen, sodass früh Nutzertests durchgeführt werden können.

        Diese Phase ist der kreative Spielplatz des HCD-Prozesses. Aber eben kein Spielplatz ohne Regeln.

        Definition: User Experience (UX) ist die „Wahrnehmung und Reaktion einer Person, die aus der tatsächlichen oder erwarteten Nutzung eines Produkts, Systems oder einer Dienstleistung resultieren“ (DIN EN ISO 9241-210)

        Methoden: Ideation, Co-Creation Workshops, Wireframes, Scribbles, Informationsarchitektur, Prototyping, Content-Konzept


        5 ) Lösungen testen und evaluieren: Realitätscheck incoming. Die Entwürfe werden mit echten Nutzer:innen und relevanten Stakeholdern geprüft. Verstehen sie die Botschaft? Finden sie, was sie suchen? Vertrauen sie dem Angebot? Klicken sie dort, wo wir es erwarten?

        Stakeholder sind Personen oder Gruppen, die von einem Produkt oder einer Entscheidung betroffen sind oder darauf Einfluss haben.

        Auch die Usability wird hier gründlich getestet. Also die Gebrauchtauglichkeit (Usability) des Produkts. Die gewonnenen Erkenntnisse sind maßgeblich, um die Lösungen im weiteren Verlauf zu optimieren. Es geht also gar nicht darum, den ersten Entwurf zu behalten und von den Nutzer:innen bestätigen zu lassen. Die ISO betont auch, dass Gestaltung durch nutzerzentrierte Evaluation gesteuert und verbessert wird.

        Testen, lernen, anpassen, erneut testen ist hier das Motto.

        Methoden: Usability Testing, Prototypentests, Nutzerfeedback, A/B-Testing, Barrierefreiheitsprüfung, Heuristische Evaluation, Eye-Tracking


        6 ) Optimieren und iterieren: Wie bereits angemerkt, endet Human Centered Design nicht mit dem ersten oder gar dem zweiten Gestaltungsentwurf. Die gewonnenen Erkenntnisse aus Tests und Feedback müssen immer wieder ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage entsteht eine überarbeitete Lösung, die erneut getestet und evaluiert wird. Und so weiter. Dieser iterative Prozess wird so lange fortgeführt, bis die Gestaltung den Bedürfnissen der Nutzer:innen bestmöglich entspricht.


        Human Centered Design Beispiele

        Beispiel 1 // Push-Pull-Türen

        Standest du schon einmal vor so einer Tür und musstest du einen Moment innehalten, um zu überlegen? Jetzt drücken! Nein, doch ziehen. Oder andersrum? Bestimmt kam es bei der ein oder anderen Person für einen Augenblick zu Frust in jenem Moment. Man steht also vor dieser Tür, drückt, aber sie geht nicht auf. Dann zieht man leicht genervt, während hinter einem schon jemand wartet.

        Hier liegt ein klarer Designfehler vor. Denn wenn eine Tür eine große Griffstange hat, signalisiert sie: „Zieh mich.“ Eine gut gestaltete Tür erklärt sich im besten Fall selbst. Man sieht sie für einen Sekundenbruchteil an und weiß intuitiv, hier muss ich drücken oder ziehen. Und ganz wichtig: OHNE einen beschreibenden Text als Verständnisbrücke.

        Solche schlecht gestalteten Push-Pull-Türen folgen nicht den Prinzipien des Human Centered Design. Sie orientieren sich nicht am natürlichen Verhalten und den Erwartungen der Nutzer:innen. Hier entsteht Verwirrung und unnötige kognitive Belastung. Nutzer:innen müssen nachdenken und ausprobieren.

        Eine bessere Lösung wäre eine flache Druckplatte auf der Seite zum Drücken und ein klarer Griff auf der Seite zum Ziehen. Dann kommuniziert das Objekt seine Funktion ganz ohne Erklärung.

        Beispiel 2 // Herdplatten

        Auch Herdplatten zeigen sehr anschaulich, warum Human Centered Design im Alltag so wichtig ist. Auf den ersten Blick scheint ein Kochfeld simpel zu sein: vier Platten, vier Regler, fertig. Ein häufiges Problem ist aber die Anordnung der Herdplatten-Regler. Wenn die Regler in einer Reihe nebeneinanderstehen, aber die Herdplatten als Quadrat angeordnet sind, muss man auch hier einen Moment kurz überlegen. Welcher Regler gehört zu welcher Platte? Vorne links? Hinten rechts? Oder doch daneben? Dadurch steigt die kognitive Belastung der Nutzer:innen, da sie sich je nach Herdmodell immer wieder neu orientieren und die Zuordnung der Regler erst verstehen müssen.

        Diese Unsicherheit ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich werden. Wer versehentlich die falsche Herdplatte einschaltet, erhitzt vielleicht eine leere Platte oder stellt eine Pfanne auf eine kalte Fläche. Im besten Fall ist das ärgerlich. Im schlimmsten Fall ist es ein Sicherheitsrisiko.

        Human Centered Design würde hier fragen: Wie nutzen Menschen den Herd tatsächlich? Wie schnell muss die Zuordnung verstanden werden? Welche Fehler können passieren? Und wie lässt sich die Bedienung so gestalten, dass sie möglichst intuitiv ist?

        Eine nutzerfreundliche Lösung ist eine Regleranordnung, die die Position der Herdplatten abbildet. Die vier Bedienelemente sind also ebenfalls wie ein kleines Quadrat angeordnet. Oben links für die hintere linke Platte, unten rechts für die vordere rechte Platte. So entsteht eine direkte visuelle Verbindung zwischen Steuerung und Funktion.

        Noch klarer wird es durch kleine Symbole, Markierungen oder Lichtanzeigen, die zeigen, welche Platte gerade aktiv ist. Dadurch müssen Nutzer:innen nicht raten, sondern erkennen sofort, was passiert.

        –> Das Beispiel zeigt, wie Gestaltung Hinweise auf die richtige Produktnutzung geben kann. In der Designforschung spricht man dabei von Affordanzen. Sie beschreiben die Handlungsmöglichkeiten, die ein Objekt oder System seinen Nutzer:innen vermittelt oder nahelegt.

        3 Gründe, warum Human Centered Design wichtig ist

        1. Bessere Nutzererlebnisse: Psychologische Prinzipien helfen, Produkte so zu entwickeln, dass sie sich an den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Erwartungen der Nutzer:innen orientieren.
        2. Vermeidung von Frustration und Fehlentscheidungen: Gute Usability reduziert Fehler, Überforderung und Abbrüche und steigert damit die Zufriedenheit der Nutzer:innen.
        3. Vertrauen und Produktbindung: Wenn Nutzer:innen merken, dass ein Unternehmen ihre Bedürfnisse ernst nimmt, wirkt die Marke glaubwürdiger.

        Wer Menschen erreichen will, muss bei Menschen anfangen

        Human Centered Design sorgt insgesamt für bessere Kundenerlebnisse, klarere Kommunikation und im Umkehrschluss für eine stärkere Markenbindung. Unternehmen verstehen ihre Zielgruppen genauer und vermeiden teure Fehlentscheidungen. Im Bereich des Marketings entstehen außerdem Angebote und Kampagnen, die sich weniger nach Werbung anfühlen und mehr nach echter Hilfe.

        Das ist ein enormer Vorteil in einer Welt, in der Menschen täglich mit Botschaften bombardiert werden.

        Willst du mehr zum Thema Designpsychologie und User Experience erfahren? Hier geht’s lang –>

        Ähnliche Begriffe: User-Centered-Design, User-Experience Design, Design Thinking, Usability, Design Psychology, Human-Computer-Interaction, AI Centered Design, Interaction Design

        Jenny Vieira

        Juni 4, 2026
        Design verstehen, Wissenwertes
        Design, website
      1. Design Nudging – Design trifft heimlich deine Entscheidungen 2026

        Design Nudging  – Design trifft heimlich deine Entscheidungen 2026

        Was ist Design Nudging

        Der Begriff Nudge (zu Deutsch „Anstupser“) geht auf die Verhaltensökonomen Richard Thaler und Cass Sunstein zurück. Ein Nudge ist ein bewusst gewähltes Element einer Entscheidungsarchitektur, das Verhalten in vorhersehbarer Weise beeinflusst, ohne Verbote auszusprechen oder Anreize zu setzen. Menschen treffen die meisten Entscheidungen intuitiv und mit minimalem kognitivem Aufwand. Genau diese Intuition lässt sich durch Design Nudging lenken. Und wer die Umgebung gestaltet, kann Einfluss auf die Entscheidung nehmen.

        Design entscheidet

        Design Nudging reale Beispiele

        Ein E-Commerce-Shop hebt das mittlere Preispaket farblich hervor und markiert es als „Beliebteste Wahl“. Das Design gibt keine Empfehlung im klassischen Sinne – es schafft aber einen visuellen Anker, der die Entscheidung der Mehrheit in diese Richtung lenkt.

        Design Nudging Beispiel Preisanker

        Das klassischste Beispiel aus dem analogen Raum: Die Fliege im Urinal. Am Flughafen Schiphol in Amsterdam wurde in den 1990er Jahren eine kleine, realistisch wirkende Fliege nahe am Abfluss eingraviert. Der Effekt war verblüffend einfach. Männer zielten darauf. Die Verschmutzung rund um das Urinal sank um etwa 80 Prozent. Kein Appell und auch keine Vorschrift, nur ein winziger visueller Impuls an genau der richtigen Stelle.

        Design Nudging Beispiel Fliege im Urinal

        Amazons Prime-Kündigung wurde zum Lehrbuchbeispiel für Dark Patterns. Der Beitritt war kinderleicht: ein Klick, manchmal fast aus Versehen im Checkout. Die Kündigung dagegen führte durch einen verschachtelten, mehrseitigen Prozess. Intern nannte man den Prozess „Iliad“ – so wie Homers endloses Epos. Wer kündigen wollte, musste sich durch Hinweise und Umwege kämpfen. 2021 reichten Verbraucherschützer in Norwegen und der EU formelle Beschwerden ein. Erst unter regulatorischem Druck machte Amazon die Kündigung in Europa deutlich einfacher.

        Design Nudging Mechanismen

        Design arbeitet mit wiederkehrenden Nudging-Mechanismen. Dazu gehören:

        • Der Ankereffekt, bei dem eine zuerst gezeigte Zahl unsere Einschätzung prägt.
        • Der Default-Effekt, bei dem vorausgewählte Optionen besonders häufig übernommen werden.
        • Die soziale Norm, die zeigt, was andere tun und dadurch Orientierung gibt.
        • Die visuelle Hierarchie, die bestimmte Informationen größer, farbiger oder prominenter erscheinen lässt.
        • Der Decoy-Effekt, bei dem eine dritte, scheinbar unattraktive Option eine andere Wahl attraktiver macht.
        • Und Framing, also die Art, wie eine Entscheidung sprachlich oder visuell gerahmt wird.

        Diese Mechanismen sind nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist jedoch, wie und mit welchen Absichten sie eingesetzt werden.

        Im Ethical Nudging helfen sie Nutzerinnen und Nutzern, bessere oder bewusstere Entscheidungen zu treffen. Eine „Beliebteste Wahl“ kann Orientierung geben, wenn sie auf echten Nutzerdaten basiert. Eine Erinnerung wie „Du hast noch 3 Artikel im Warenkorb“ kann hilfreich sein, wenn sie transparent bleibt. Auch eine Fortschrittsanzeige im Checkout kann Nutzer:innen unterstützen, weil sie zeigt, wo sie sich im Prozess befinden und wie viel noch vor ihnen liegt.

        Zum Dark Pattern wird derselbe Mechanismus, wenn er gegen die Interessen der Nutzer:innen arbeitet. Etwa wenn der „Ablehnen“-Button vergraut, klein und schwer zu finden ist. Wenn eine Kündigung über sechs Klick-Ebenen verschachtelt wird. Wenn bei einer kostenpflichtigen Zusatzoption bereits ein Häkchen vorausgefüllt ist. Wenn ein Cookie-Banner „Alles akzeptieren“ groß und farbig zeigt, während „Ablehnen“ versteckt wird.

        Der Unterschied liegt selten im Werkzeug selbst. Er liegt in der Absicht, der Transparenz und wie fair mit der Gestaltung gearbeitet wird.

        Ethical-Nudging Beispiele

        • Opt-out-Standard für Newsletter, der klar sichtbar ist
        • „Beliebteste Wahl“ basierend auf echten Nutzerdaten
        • Erinnerung: „Du hast noch 3 Artikel im Warenkorb“
        • Fortschrittsanzeige im Checkout zur Orientierung

        Dark-Pattern Beispiele

        • „Ablehnen“-Button vergraut, klein und schwer zu finden
        •  Kündigung über 6 Klick-Ebenen verschachtelt
        •  Vorausgefülltes Häkchen bei kostenpflichtiger Zusatzoption
        •  Cookie-Banner: „Alles akzeptieren“ groß & farbig, „Ablehnen“ versteckt
        •  Countdowns für Angebote, die sich täglich neu setzen

        Design ist nie neutral. Design lenkt Entscheidungen.

        Hier liegt das eigentliche Dilemma, denn Die Werkzeuge sind dieselben. Der Default-Effekt funktioniert, egal ob du ihn nutzt, um Menschen zur Organspende zu bewegen oder um sie in ein Abo zu locken. Der Ankereffekt zieht, egal ob der ursprüngliche Preis echt war oder nicht. Das gleiche gilt für die visuelle Hierarchie, diese lenkt die Nutzenden unabhängig von den Absichten. Verzichtet man nun auf eine Visuelle Hierarchie, wäre so gut wie jeder Nutzende frustriert über das Produkt. Man kann also kaum ein neutrales Design bereitstellen.

        Was entscheidet, ob ein Nudge ethisch ist?

        Thaler und Sunstein haben dafür einen klaren Test formuliert: Ein Nudge ist legitim, wenn er das Verhalten der Mehrheit in eine Richtung lenkt, die gut für sie ist und wenn er jederzeit transparent gemacht werden kann, ohne seine Wirkung zu verlieren.

        Man kann ganz einfach einen Transparenz-Test durchführen: Wenn du deinen Nutzer:innen erklären könntest, wie dein Design ihre Entscheidung beeinflusst, und sie würden es als fair empfinden – dann ist es ethisches Design Nudging. Wenn du das Gespräch fürchtest ist vermutlich ein Dark Pattern.

        Für Designer und Unternehmer bedeutet das, dass jede Gestaltungsentscheidung eine Nutzerlenkung ist. Welche Option ist vorausgewählt? Was erscheint groß, was klein? Was kommt zuerst? Diese Fragen sind keine ästhetischen Fragen, vielmehr sind sie strategischer und ethischer Natur.

        Gutes vs. schlechtes Design Nudging

        Gutes Design Nudging stellt sich Fragen wie: Wohin wollen unsere Nutzer:innen – und wie können wir ihnen dorthin helfen? Schlechtes Design Nudging fragt: Was wollen wir – und wie bringen wir Nutzer:innen dazu, es zu tun?

        Der Unterschied klingt subtil. In der Praxis ist er der Unterschied zwischen einer treuen Kundschaft – und einer, die sich manipuliert fühlt, sobald sie es merkt.

        Design ist nie neutral. Die Frage ist nur, für wen sie arbeitet. Dank einer eindeutigeren Rechtslage werden Dark Patterns weltweit reguliert. Die EU hat im Digital Services Act irreführende Interfaces explizit verboten. Die FTC in den USA verhängte 2022 Strafen gegen Unternehmen wegen täuschender Interfaces. Design ist längst kein rechtsfreier Raum mehr.

        Hier findest Du mehr Informationen zu Dark Patterns

        -> Wir bei Hasegold helfen dabei, klare und konsistente Markenauftritte zu entwickeln – von der strategischen Grundlage bis zum fertigen Designsystem! Kontaktieren Sie uns gerne.

        Jenny Vieira

        Mai 27, 2026
        Design verstehen, Wissenwertes
        Design, Designer
      2. Naive Design erklärt: Warum perfektes Design plötzlich 2026 unperfekt wird

        Naive Design erklärt: Warum perfektes Design plötzlich 2026 unperfekt wird

        Perfekte Raster, saubere Typografie und minimalistische Layouts haben Design lange dominiert. Doch aktuell taucht immer häufiger ein Stil auf, der genau das Gegenteil macht: krumme Linien, handgezeichnete Illustrationen, verspielte Typografie und bewusst unperfekte Layouts. Dieser Trend wird als Naive Design bezeichnet.

        Was früher wie ein Fehler wirkte, ist heute eine bewusste gestalterische Entscheidung. Naive Design steht für Spontanität, Persönlichkeit und sichtbare Imperfektion. Es ist eine Reaktion auf eine Welt, in der Design immer glatter, austauschbarer und zunehmend von KI generiert wird.

        Was ist Naive Design?

        Naive Design ist ein Designstil, der bewusst unperfekt wirkt. Statt exakter Ausrichtung und technischer Präzision stehen spontane Formen, handgezeichnete Elemente und intuitive Gestaltung im Mittelpunkt. Wichtig dabei: Naive Design ist nicht schlechtes Design, sondern bewusst unperfektes Design.

        Naive Design beispielhaft anhand einer Grafik mit handgeschriebenen Elementen und Typografie

        Der Stil lebt davon, dass er menschlich wirkt. Linien dürfen wackeln, Typografie darf unregelmäßig sein und Layouts dürfen bewusst gegen klassische Raster arbeiten. Trotzdem bleibt die Botschaft klar verständlich.

        Typische Merkmale von Naive Design sind:

        • handgezeichnete Illustrationen und Doodles
        • unregelmäßige Linien und Formen
        • asymmetrische Layouts
        • verspielte Typografie
        • flache, kräftige Farben
        • bewusst „unperfekte“ Abstände
        • spontane, kindlich wirkende Illustrationen

        Diese Elemente erzeugen eine Gestaltung, die lebendig, persönlich und weniger technisch wirkt.

        Woher Naive Design eigentlich kommt

        Naive Design wirkt modern, hat seine Wurzeln aber deutlich früher. Der Begriff geht auf die sogenannte Naive Art zurück – Kunst von Menschen ohne klassische Ausbildung. Einer der bekanntesten Vertreter war der französische Maler Henri Rousseau.

        Rousseau war ursprünglich Zollbeamter und begann erst spät zu malen. Seine Werke wirkten ungewohnt: flache Perspektiven, kräftige Farben, starre Figuren und scheinbar „kindliche“ Kompositionen. Viele Kritiker bezeichneten seine Arbeiten damals als unbeholfen oder technisch falsch.

        Genau das machte sie später interessant. Künstler wie Picasso erkannten, dass diese scheinbaren Fehler eigentlich eine neue Form von Ausdruck waren. Rousseaus Stil wirkte intuitiv, ehrlich und frei von akademischen Regeln. Was zuerst belächelt wurde, entwickelte sich zu einem wichtigen Einfluss für moderne Kunst und Design.

        Henri Rousseau (1907)

        Dieses Prinzip taucht heute im Naive Design wieder auf. Imperfektion wird nicht versteckt, sondern bewusst eingesetzt. Linien dürfen wackeln, Proportionen dürfen ungewöhnlich sein und Layouts müssen nicht perfekt ausgerichtet sein. Entscheidend ist nicht technische Perfektion, sondern Charakter und Persönlichkeit.

        Gerade in einer Zeit, in der viele Designs sehr ähnlich aussehen, wirkt dieser Ansatz wieder frisch. Naive Design erinnert daran, dass Gestaltung nicht nur aus Regeln besteht, sondern auch aus Intuition, Emotion und sichtbarer Handschrift.

        Naive Design als Teil des Anti-Design Trends

        Naive Design wird oft im Zusammenhang mit Anti-Design genannt. Anti-Design beschreibt allgemein den Ansatz, bewusst mit klassischen Designregeln zu brechen. Naive Design ist dabei eine konkrete visuelle Ausprägung dieses Trends.

        Während Anti-Design eher die gestalterische Haltung beschreibt, zeigt Naive Design, wie diese Haltung visuell umgesetzt wird. Der Fokus liegt auf Emotion, Spontanität und Individualität statt auf Perfektion.

        Naive Design funktioniert deshalb so gut, weil es Erwartungen bricht. Nutzer sind perfekt gestaltete Layouts gewohnt. Ein bewusst unperfektes Design fällt sofort auf und bleibt im Kopf.

        Warum Naive Design gerade im Trend ist

        Der Trend zu Naive Design hängt stark mit der aktuellen Designlandschaft zusammen. Viele Marken sehen ähnlich aus: minimalistisch, sauber, ruhig und perfekt. Diese Ästhetik wirkt professionell, aber auch austauschbar.

        Gleichzeitig kann KI heute in Sekunden perfekte Designs generieren. Dadurch verliert Perfektion ihren Wert. Unperfekte Gestaltung wird zum neuen Differenzierungsmerkmal. Naive Design signalisiert: Hier steckt ein Mensch dahinter.

        Zusätzlich spielt Nostalgie eine Rolle. Der Stil erinnert an Kritzeleien, Sticker, frühe Internet-Grafiken oder handgemalte Poster. Besonders jüngere Zielgruppen reagieren stark auf diese visuelle Sprache.

        Naive Design wird deshalb oft als Gegenbewegung zur Perfektion gesehen: weg von glatter Gestaltung, hin zu sichtbarer Persönlichkeit.

        Naive Design Beispiele

        Typische Elemente von Naive Design

        Naive Design lässt sich meist sofort erkennen. Der Stil wirkt spontan und fast improvisiert, obwohl er bewusst gestaltet ist.

        Häufige Elemente sind:

        • krumme Linien statt perfekter Vektoren
        • handgeschriebene oder unregelmäßige Fonts
        • doodleartige Illustrationen
        • flache Farbflächen ohne Verläufe
        • einfache, kindliche Formen
        • bewusst „chaotische“ Kompositionen

        Diese Gestaltung erzeugt den Eindruck, dass das Design direkt aus einer Idee heraus entstanden ist – nicht aus einem perfekten System.

        Wo Naive Design eingesetzt wird

        Naive Design funktioniert besonders gut in Bereichen, in denen Persönlichkeit wichtiger ist als Perfektion. Der Stil wirkt nahbar und emotional, statt technisch und distanziert.

        Typische Einsatzbereiche sind:

        • Streetwear und Fashion Branding
        • Food- und Beverage-Verpackungen
        • Event-Poster und Festivals
        • Social Media Kampagnen
        • Startups und kreative Agenturen
        • Kinderprodukte und Lifestyle-Marken

        Hier hilft Naive Design dabei, sich von klassischen Corporate Designs abzuheben.

        Warum Naive Design funktioniert

        Naive Design funktioniert, weil es menschlich wirkt. Perfekte Designs können distanziert erscheinen, während unperfekte Gestaltung persönlicher wirkt. Gerade im digitalen Umfeld sorgt das für mehr Aufmerksamkeit.

        Ein weiterer Vorteil: Naive Design wirkt spontaner und kreativer. Marken, die diesen Stil nutzen, erscheinen experimentierfreudiger und weniger streng. Das kann besonders für junge Zielgruppen attraktiv sein.

        Gleichzeitig bleibt die Struktur erhalten. Gute Naive Designs sind zwar unperfekt, aber nicht chaotisch. Lesbarkeit und Hierarchie bleiben bestehen.

        Wann Naive Design vielleicht doch nicht so sinnvoll ist

        Naive Design passt nicht zu jeder Marke. In Bereichen, in denen Vertrauen und Seriosität im Vordergrund stehen, kann der Stil schnell unpassend wirken.

        Dazu gehören zum Beispiel:

        • Banken und Finanzdienstleister
        • Versicherungen
        • medizinische Einrichtungen
        • Behörden
        • komplexe B2B-Software

        Hier wird häufig weiterhin auf klassische, klare Gestaltung gesetzt. Naive Design wird in solchen Fällen höchstens sehr subtil eingesetzt oder für Personalmarketing bzw. für Maßnahmen, bei denen der Mensch und seine Persönlichkeit im Zentrum stehen.

        Naive Design als Reaktion auf KI und Perfektion

        Der Trend zu Naive Design hängt stark mit der zunehmenden Automatisierung im Design zusammen. KI-Tools können heute perfekte Layouts, Logos und Illustrationen erzeugen. Dadurch wird Perfektion zur Normalität.

        Naive Design setzt genau hier an. Die sichtbare Imperfektion wird zum Beweis, dass ein Mensch gestaltet hat. Dadurch entsteht ein Gefühl von Authentizität und Individualität.

        Viele Marken nutzen diesen Effekt bewusst. Statt technischer Perfektion setzen sie auf spontane Gestaltung, handgezeichnete Elemente und verspielte Typografie.

        Naive Design bringt Persönlichkeit zurück

        Naive Design steht für bewusst unperfekte Gestaltung. Der Stil wirkt menschlich, spontan und individuell. Gerade in einer Zeit voller perfekter, KI-generierter Inhalte gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung.

        Naive Design ist dabei kein Ersatz für gutes Design, sondern eine neue Interpretation davon. Die Regeln bleiben bestehen, werden aber bewusst gebrochen.

        Richtig eingesetzt kann Naive Design Marken Persönlichkeit geben und Aufmerksamkeit erzeugen. Deshalb dürfte der Trend in den kommenden Jahren weiter wachsen.

        -> Wir bei Hasegold helfen dabei, klare und konsistente Markenauftritte zu entwickeln – von der strategischen Grundlage bis zum fertigen Designsystem! Kontaktieren Sie uns gerne.

        Alina

        April 14, 2026
        Design verstehen
      3. Stadtlogos: Warum sind Gemeinde- und Stadtlogos so teuer?

        Stadtlogos: Warum sind Gemeinde- und Stadtlogos so teuer?

        Wenn neue Stadtlogos vorgestellt werden, dauert es meist nicht lange, bis die erste Diskussion beginnt. Das hat man zuletzt gut bei den Stadtlogos von Osnabrück, Leipzig oder beim neuen Slogan von Niedersachsen gesehen: Noch bevor über Gestaltung oder Idee gesprochen wird, steht oft eine Frage im Raum – warum kostet das so viel?

        Diese Reaktionen sind erstmal völlig nachvollziehbar. Schließlich sieht man am Ende „nur“ ein Logo. Was dabei aber oft untergeht: Hinter solchen Projekten steckt deutlich mehr als nur Gestaltung.

        Zum aktuellen Beispiel aus Niedersachsen
        Warum sind Gemeinde- und Stadtlogos so teuer? Die Fakten im Überblick

        Warum Stadtlogos grundsätzlich teurer sind

        Der wichtigste Punkt vorweg: Ein Stadtlogo ist kein „schönes Bild“, das am Ende irgendwo draufgedruckt wird. Es ist das visuelle Gesicht einer Stadt – und damit ein zentraler Teil ihrer Identität.

        Eine Stadt spricht nicht nur eine Zielgruppe an, sondern viele gleichzeitig. Bürger, Unternehmen, Touristen, Investoren und Verwaltung haben unterschiedliche Erwartungen, die alle irgendwie berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig soll das Erscheinungsbild über Jahre hinweg funktionieren und nicht nach kurzer Zeit wieder ersetzt werden.

        Das bedeutet: Ein Stadtlogo muss deutlich mehr leisten als ein klassisches Unternehmenslogo. Und genau das macht es komplex.

        Der Denkfehler: Der eigentliche Aufwand liegt im Prozess

        Viele unterschätzen, wie viel Arbeit tatsächlich passiert, bevor überhaupt ein erster Entwurf entsteht. Der sichtbare Teil – also das Logo selbst – ist am Ende nur ein kleiner Ausschnitt eines deutlich größeren Prozesses.

        Am Anfang steht immer die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Stadt: Wofür steht sie heute, wie wird sie wahrgenommen und wohin soll sie sich entwickeln? Es geht dabei nicht nur um Ästhetik, sondern um Identität. Welche Werte sollen vermittelt werden? Wie positioniert sich die Stadt im Vergleich zu anderen? Und welche Aspekte sollen in Zukunft stärker betont oder vielleicht sogar neu gedacht werden?

        Diese Fragen werden nicht im stillen Kämmerlein beantwortet. In der Regel sind viele verschiedene Akteure beteiligt – aus Verwaltung, Politik und teilweise auch aus der Öffentlichkeit. Jede dieser Perspektiven bringt eigene Erwartungen und Vorstellungen mit, die miteinander abgeglichen werden müssen. Genau dieser Austausch macht den Prozess aufwendig, aber auch notwendig, wenn am Ende ein Ergebnis entstehen soll, das von möglichst vielen getragen wird.

        Ein Punkt, der häufig ebenfalls unterschätzt wird: Bei solchen Projekten geht es selten nur um die Stadtlogos selbst. In der Praxis entstehen meist gleichzeitig viele weitere gestalterische Anwendungen, die direkt darauf aufbauen. Dazu gehören zum Beispiel Briefbögen, Flyer, Präsentationen, Social-Media-Vorlagen oder auch Beschilderungen im öffentlichen Raum. All diese Elemente müssen auf das neue Erscheinungsbild abgestimmt werden, damit die Stadt nach außen einheitlich wirkt. Das bedeutet, dass nicht nur ein Logo entwickelt wird, sondern ein ganzes System, das in vielen verschiedenen Formaten funktioniert – und genau das erhöht den gestalterischen Aufwand zusätzlich.

        Das eigentliche Design ist dann nur der letzte Schritt – die visuelle Übersetzung all dieser Überlegungen. Und selbst an diesem Punkt geht es nicht nur darum, „ein schönes Logo“ zu entwickeln, sondern eine Lösung zu finden, die langfristig funktioniert und breit akzeptiert wird.

        Pro für neue Gemeinde- und Stadtlogos

        • Modernisierung und Einheitlichkeit: Veraltete Designs (oft 20–30 Jahre alt) werden durch einheitliche Corporate Identities ersetzt, inklusive barrierefreier Schriftarten und digitaler Anpassung, die langfristig Lizenzkosten sparen.
        • Bessere Sichtbarkeit: Logos stärken die Markenpräsenz der Kommune, um Eigenbetriebe und Beteiligungen einzubinden – essenziell in einer digitalen Welt.
        • Professionelle Recherche: Umfasst historische Analysen und Anpassungen an komplexe Anforderungen, was Exklusivität schafft.

        Kontra für neue Gemeinde- und Stadtlogos

        • Hohe Kosten für Steuerzahler: Projekte wie Leipzig (665.000–700.000 €) oder Potsdam (90.000 €) wirken unverhältnismäßig, besonders in Krisenzeiten mit Haushaltslöchern.
        • Öffentliche Ablehnung: Häufige Kritik an Ästhetik („fragil“, „Blödsinn“, „Bierkrug“) führt zu Shitstorms in sozialen Medien, mit wenig positiven Rückmeldungen.
        • Wenig Mehrwert: Viele sehen keine Notwendigkeit, da traditionelle Wappen (von 95% der Gemeinden genutzt) stärker mit Identität und Vertrauen verbunden sind als Logos.

        Ein aktuelles Beispiel: Der neue Slogan von Niedersachsen

        Wie viel Aufmerksamkeit solche Projekte erzeugen können, zeigt sich gerade in Niedersachsen. Am 9. Juni 2026 wurde beim Sommerfest der Landesvertretung in Berlin ein neuer Image-Slogan vorgestellt: „Niedersachsen. Das ist groß.“ – und noch bevor über Botschaft oder Wirkung gesprochen wurde, war die Diskussion dieselbe wie immer: Warum kostet das so viel?

        Zehn Millionen Euro hat das Land bis 2027 für die gesamte Imagekampagne eingeplant – entwickelt von der Berliner Agentur Scholz & Friends. Das Ziel: Fachkräfte und Investoren ansprechen, weg vom „nordisch nüchternen Understatement“, wie es die stellvertretende Ministerpräsidentin formulierte. Dazu kommt ein KI-gestützter Imagefilm mit NBA-Spieler Dennis Schröder als Botschafter, ein Soundlogo mit dem Pfeifen von Scorpions-Sänger Klaus Meine – kurz: ein vollständiges Kommunikationssystem, kein einzelnes Logo.

        Genau das ist der Punkt, der in der öffentlichen Debatte fast immer verloren geht. Zehn Millionen Euro klingt erstmal viel. Aber dieser Betrag umfasst Strategie, Produktion, Mediastrategie, Film und Rollout über mehrere Jahre – nicht einfach „einen Slogan“. Wer bei solchen Zahlen nur an den fertigen Spruch auf dem Plakat denkt, unterschätzt, wie viel Arbeit dahintersteckt. Das ist beim Stadtlogo einer Gemeinde nicht anders – nur eine Nummer kleiner.

        Was ein Stadtlogo wirklich kostet

        Wie teuer Stadtlogos am Ende werden, hängt vor allem davon ab, wie umfangreich das Projekt ist. Ein kleines Re-Design ist natürlich deutlich günstiger als ein komplett neues Erscheinungsbild mit klaren Regeln und System dahinter.

        In vielen Fällen bewegen sich solche Projekte im fünfstelligen Bereich, bei größeren Vorhaben auch darüber. Wichtig dabei: Der größte Teil der Kosten entsteht nicht durch das eigentliche Design, sondern durch die Arbeit davor – also Analyse, Abstimmung und die Entwicklung eines funktionierenden Gesamtkonzepts.

        -> Wir bei Hasegold helfen dabei, klare und konsistente Markenauftritte zu entwickeln – von der strategischen Grundlage bis zum fertigen Designsystem! Kontaktieren Sie uns gerne.

        Alina

        April 1, 2026
        Design verstehen
      4. Dark Patterns: Wie manipulatives Design Nutzer*innen täuscht

        Dark Patterns: Wie manipulatives Design Nutzer*innen täuscht

        Was sind Dark Patterns?

        Dark Patterns: Was du gegen die gestalterische Manipulation tun kannst

        Dark Patterns sind manipulative Designelemente in Websites, Apps und digitalen Oberflächen, die Nutzer absichtlich zu Handlungen verleiten, die ihren eigenen Interessen widersprechen. Der Begriff beschreibt bewusst irreführende Benutzeroberflächen (UI), die psychologische Schwächen ausnutzen, um Klicks, Datenfreigaben, Käufe oder Abos zu erzwingen – im Gegensatz zu ethischem, transparentem Design.

        Der UX-Experte Harry Brignull prägte den Begriff 2010 und fasste damit eine Sammlung von „Anti-Patterns“ zusammen, die aus der Softwareentwicklung stammen. Design Patterns sind hilfreiche Vorlagen zur Problemlösung (z. B. aus der Architektur übernommen); Dark Patterns hingegen verfälschen sie zur Täuschung. Sie knüpfen an gängige Bedienmuster an, nutzen Verhaltensökonomie (z. B. Loss Aversion, Heuristiken) und wirken subtil: Nutzer handeln „automatisch“, ohne es zu merken.

        Dark Patterns funktionieren durch visuelle Irreführungen, psychologischen Druck und der Darstellung von Elementen, die einem Labyrinth gleichen. Dadurch soll verhindert werden, dass Benutzer*innen die für das Unternehmen schlechtere Entscheidung treffen – hierfür werden Buttons zum Ablehnen versteckt, den Weg zu Kündigungen erschwert und eine gefälschte Knappheit von Produkten und Angeboten hergestellt.

        Aber nicht alle Gestaltungselemente, die beispielsweise durch Farbe, Größe oder Platzierung mehr Aufmerksamkeit erzielen, sind als Dark Patterns gemeint. Gewohnheiten von Benutzer*innen im Design zu verwenden ist eine gängige Praxis und werden dafür genutzt, Benutzer*innen effektiv und leicht anhand ihrer gewohnten Mustern durch die Website zu leiten. Bei den Dark Patterns werden diese Gewohnheiten hingegen nicht dafür verwendet, den Besucher*innen einer Website zu helfen, sondern um sie gezielt zu täuschen.

        Hinweis: Dark Patterns sind teilweise strafbar

        Einige manipulative Designs in Websites und Apps verstoßen gegen geltende Gesetze und können hohe Bußgelder nach sich ziehen. In Deutschland und der EU gelten sie als unlauterer Wettbewerb oder Verbraucherschutzverstoß, wenn sie Nutzer*innen täuschen oder absichtlich unter Druck setzen.

        Ein prominenter Fall von Dark Patterns ist der Prozess gegen Amazon wegen der irreführenden Gestaltung der Prime-Mitgliedschaft – etwa 35 Millionen Nutzer*innen in den USA wurden dadurch versehentlich Mitglied und erhielten keine ausreichende Möglichkeit zur Kündigung. Amazon hat sich darauf geeinigt, eine Strafzahlung von 2,5 Milliarden Dollar zu zahlen.

        Arten von Dark Patterns:

        • Fake Scarcity / Urgency Eine künstliche Knappheit von Produkten oder Rabatten, indem man gezielt den „aktuellen“, knappen Produktbestand im Lager oder einen kurzen Countdown von Rabattaktionen in den Mittelpunkt stellt.
        • Forced Action Benutzer*innen werden durch das Vorzeigen von Funktionen oder Produkten angelockt, müssen sich aber danach einer erzwungenen Aktion widmen, beispielsweise der Erstellung eines Kontos, um mehr zu erfahren.
        • Roach Motel Gestaltungselemente werden so kompliziert dargestellt, dass sie wie ein Labyrinth wirken. Dadurch soll es Benutzer*innen erschwert werden, Schritte im Bestellvorgang wieder rückgängig zu machen oder sich ausreichend Informationen vor einer Bestellung zu holen. Auch wird durch das Dark Pattern des Roach Motels eine Kündigung von Abos erschwert, um Benutzer*innen davon abzuhalten – so auch im Fall vom Amazon.
        • Sneak into Basket Es werden ohne Zustimmung der Benutzer*innen Zusatzprodukte in den Warenkorb gelegt in der Hoffnung, dass diese beim Bestellprozess unentdeckt bleiben und mitverkauft werden.
        • Disguised Ads Werbungen sind nicht als Werbung gekennzeichnet und wirken durch die Darstellung als Bild oder Button wie ein Teil der Website – so sollen die Benutzer*innen ohne ihres Wissens auf andere Websites weitergeleitet werden.
        • Confirmsharing Es soll ein Abbruch des Bestellvorgangs oder das Verlassen der Website verhindern werden, indem man negative Emotionen hervorruft. Zum Confirmsharing gehören Aussagen beim Ablehnen oder Abbruch einer Aktion wie: „Nein, ich möchte tolle Angebote verpassen“ beim Newsletter, „Nein danke, ich bezahle lieber den vollen Preis“ bei Rabattaktionen oder „Bist du sicher? Du verlierst viele Vorteile!“ bei Kündigungen.

        Wie schützt man sich vor Dark Patterns?

        Es gibt bestimmte Verhaltensmuster bei der Anwendung von Websites, die verhindern können, von einem böswilligen Dark Pattern betroffen zu sein. Vorsicht gilt besonders bei unbekannten Websites, die zuvor noch nie besucht wurden – hier ist die Gefahr am höchsten. Beim Besuch solcher Seiten helfen vor allem folgende Schritte:

        • Erst lesen, dann klicken Achte zuerst auf Texte statt auffälliger Buttons. So erkennst du, wozu du zustimmst, z. B. beim Teilen von Daten in Cookie-Bannern.
        • Warenkörbe kontrollieren Vor dem Abschluss den Korb genau kontrollieren: Sind nur selbst gewählte Produkte drin? Unerwünschtes jetzt entfernen ist einfacher als spätere Reklamationen.
        • Druck ignorieren Countdowns (z. B. nur eine Stunde) oder angebliche Lagerknappheit erzeugen künstlichen Druck. Ignoriere das – oder prüfe, ob andere Produkte ähnlich „knapp“ sind.

        Wusstest du, dass Design deine Entscheidungen oft unbemerkt lenkt? Genau dieses Prinzip nennt man Design Nudging. Hier erfährst du, wie es funktioniert und warum es unser Verhalten stärker beeinflusst, als wir denken.

        -> Wir bei Hasegold helfen euch dabei, vertrauenswürdige und transparente Websites zu gestalten! Kontaktieren Sie uns gerne.

        Alina

        März 25, 2026
        Design verstehen
      5. 2026 Logo erstellen mit KI ist einfach – Warum der Schein trügt

        2026 Logo erstellen mit KI ist einfach – Warum der Schein trügt

        Ein Logo erstellen mit KI? Klingt nach der perfekten Abkürzung: schnell, günstig, vollautomatisch und ohne großes Designwissen. Perfekt! Oder etwa doch nicht?

        Es scheint so, also könne man mit diversen Plattformen und auch mit ChatGPT „in wenigen Minuten“ das perfekte Logo für die eigene Marke erstellen. Doch die Realität ist, wenig überraschend, deutlich komplexer.

        Logo erstellen mit KI - Das solltest du wissen

        Die Tools sind zweifellos leistungsfähig. Manche Systeme bieten nur eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten, bei denen man beispielsweise lediglich Farben anpassen kann. Andere lassen nahezu jede Form der Gestaltung zu. Aber ist das wirklich ein Vorteil?

        Wer sich nicht mit Designprinzipien und grundlegenden Gestaltregeln auskennt, steht schnell vor einer Vielzahl an Optionen – und vor einem Logo, das am Ende mehr Fragen als Antworten hinterlässt. 

        Bei zu vielen angebotenen Gestaltmöglichkeiten besteht die Gefahr, sich zu stark vom eigenen Geschmack leiten zu lassen. Der persönliche Geschmack spiegelt jedoch nicht immer das wider, was die Zielgruppe wirklich ansprechend findet.


        Wie Designer*innen ein professionelles Logo erstellen

        Kurz gesagt: Professionelles Logodesign folgt einem klaren Prozess mit zwei groben Hauptphasen:

        Phase 1 – Recherche & Analyse. In dieser Phase wird die Vorarbeit geleistet. Es geht darum, ein Verständnis für den Kunden, die Branche und die Zielgruppe zu entwickeln. Es wird also viel recherchiert, analysiert und evaluiert.

        • Marktanalyse & Wettbewerbsvergleich
        • Zielgruppenverständnis
        • Markenwerte & Positionierung
        • Technische Anforderungen (Skalierung, Medien, Anwendungen)
        • Ableitung der logischen Formensprache

        Phase 2 – Kreative Arbeit. Die Ergebnisse aus Phase 1 bilden jetzt den Grundpfeiler für das weitere Vorgehen und das endgültige Logo. Selten schafft es die erste Logo-Idee zum finalen Logo. Es werden viele kreative Schleifen durchlaufen, bevor das finale Logo steht.

        • Skizzen & Varianten
        • Brainstorming
        • Finalisierung
        • Test & Evaluation
        • Reinzeichnung & Guidelines
        Logo erstellen - Phasen

        Logo erstellen mit KI – Wie arbeitet die Künstliche Intelligenz?

        Wir haben es getestet: Der Ablauf ähnelt sich bei fast allen Tools. Man erhält eine Abfrage zu Markennamen, Branche, Stil, Markenpersönlichkeit, Farben und Symbolwünschen. Danach können bevorzugte generierte Entwürfe ausgewählt werden und teilweise ist es möglich, an diesen Änderungen vorzunehmen. Alternativ können Logos über Prompts generiert werden – etwa mit ChatGPT oder Midjourney.

        Dabei wirkt der Prozess sehr einfach. Aber tatsächlich ist es zeitintensiv und tückisch. Vor allem ohne das nötige Fachwissen kann es auch schnell überfordernd und frustrierend sein.


        Logo mit KI – Überforderung statt Klarheit

        Zwar wirken KI-Tools auf den ersten Blick so, als könnten sie von jeder Person mühelos bedient werden. Indirekt setzen sie jedoch bestimmte Fähigkeiten voraus. Um die KI überhaupt ein geeignetes Logo erstellen zu lassen, muss man wissen, wie ein Logo aufgebaut sein sollte. Wie sonst kann man bewerten, ob das, was generiert wurde, optimal ist? Viele neigen dazu, nach ihrem persönlichen Geschmack zu entscheiden, ob ein Logo für die jeweilige Marke „gut aussieht“. Aber das ist ein Trugschluss, denn mit dem Logo sollen ganz andere Ziele erreicht werden als den eigenen Geschmack zu erfüllen. Es geht um die Botschaft, die die Marke mit dem Logo vermitteln sollte.

        Wer schon einmal einen Logo-Generator ausprobiert hat, weiß, dass die KI eine Reihe von Fragen stellt, auf deren Grundlage das Logo generiert wird. In den meisten Fällen wird auch nach der eigenen Markenbotschaft gefragt. Doch viele Unternehmen wissen gar nicht, welche Botschaft sie konkret vermitteln möchten. Hier beginnt das erste Problem. Und genau aus diesem Grund ist es ratsam, einen Workshop mit professionellen Marken- oder Designexpert*innen durchzuführen, um diese Grundlagen gemeinsam zu erarbeiten.


        Hinzu kommt, dass bei all den Abfragen ein elementarer Punkt ausgeklammert wird: nämlich die Zielgruppe. Nicht umsonst nehmen sich Designer*innen viel Zeit, um die Zielgruppe zu verstehen und die Marke aus ihrer Perspektive wahrzunehmen.

        Auch grundlegende Prinzipien der Logogestaltung, so etwa das Prinzip der Lesbarkeit, der Komposition und der Reproduzierbarkeit eines Logos, sind zu beachten. Aspekte, die man nicht unbedingt im Blick hat, wenn man nicht geschult ist.
        Logos sollten zudem immer individuell, schnell erkennbar und vielseitig einsetzbar sein. Nutzer werden in diesem Sinne von den Generatoren im Unwissen gelassen.

        Ein Logo ist kein hübsches Bild

        Auffällig ist auch, dass Nutzer*innen unbedacht die Möglichkeit geboten bekommen feine, realistische und detaillierte illustrative Logostile auszuwählen, obwohl diese gegen grundlegende Logoprinzipien verstoßen und eine deutlich schlechtere Reproduzierbarkeit und Lesbarkeit haben. Denkt man an Logos führender Marken, dann haben sie eines gemeinsam: Sie sind reduziert, klar und vollflächig (nicht illustrativ).
        Ein Logo sollte simpel, zeitlos, einprägsam und universell einsetzbar sein und nicht ein kleines Kunstwerk voller Details.

        Einfachheit ist dabei ein Schlüsselfaktor. Und wie es bekanntlich oft der Fall ist: Was einfach aussieht, ist selten einfach gemacht.

        Ein Logo spiegelt die Markenpersönlichkeit wider

        Ein Logo ist ein kommunikatives Werkzeug, das Vertrauen bei der Zielgruppe erzeugen und die Markenpersönlichkeit widerspiegeln soll. Eine KI versteht das nicht; sie berechnet – vereinfacht gesagt – nur, was grafisch wahrscheinlich ist. Das führt häufig zu schönen, aber vor allem bedeutungslosen und austauschbaren Logos, die beliebig wirken. KI-Logo-Generatoren variieren häufig nur Farbe, Komposition und Symbolanordnung. Es handelt sich um Wiederholungen bekannter Muster aus großen Trainingsdaten.
        Sie erschaffen kaum neue Formideen.

        Nehmen wir an, zwei Unternehmen aus derselben Branche haben ihre Logos mit KI generieren lassen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass beide Unternehmen ähnliche Logos haben und sich kaum voneinander, also von ihrer Konkurrenz, abheben. Es fehlt an wichtigem Wiedererkennungswert und echter hervorstechender Originalität. Für Unternehmen, die Wert auf Markenidentität legen, ist das ein Problem. Ein schlechter Start, um Vertrauen oder eine Beziehung mit der Zielgruppe aufzubauen.

        KIs sind durch ihre Abhängigkeit von Prompts und ihre Unfähigkeit, menschliche Kreativität (Fantasie, Gefühle, Empfindungen, Emotionen) zu reproduzieren, stark limitiert. Dies führt zu Designs, die nicht die kreative Tiefe erzeugen können, die nötig ist, um Menschen auf einer emotionalen Ebene zu erreichen – einem zentralen Aspekt visueller Kommunikation.

        All das wird mit den beliebten Logo-Generatoren nicht gewährleistet.

        Prompt Sensitivität: Empirische Studien mit KIs zeigen, dass diese sehr inkonsistent sind und sensibel auf kleinste Veränderungen im Prompting reagieren. So ist es beispielsweise zeitintensiv, mit ChatGPT oder einer ähnlichen KI ein Logo zu erstellen, das auch wirklich den gestalterischen Prinzipien entspricht.
        Viel zu oft müssen Prompts überarbeitet werden und gleichzeitig wartet man lange auf die generierte Datei. Es ist also ein Trial-and-Error-Prozess, der sich wahrscheinlich kaum lohnen wird. Denn irgendwann kommt es wieder zu dem Problem der Wiederholungen in den Trainingsdaten.

        Fazit

        Von KI generierte Logos neigen  dazu, zwar konsumierbar zu sein, mangeln dafür aber an Qualität. Um ein Logo wertvoll und hochwertig zu machen, ist es entscheidend, eine echte philosophische bzw. konzeptionelle Bedeutung zu entwickeln. Und das ist nur mit einem Experten oder einer Expertin möglich.

        Diese Studie hat gezeigt, dass KI durchaus Logos erstellen kann. KI-Tools sind leistungsstark, keine Frage. Sie beschleunigen kreative Prozesse. Doch ohne Markenstrategie, Designkompetenz und echte menschliche Kreativität bleibt ein KI-Logo ein austauschbares Produkt ohne Identität.

        Anhand der Ergebnisse wird also deutlich, dass die Rolle von Designer*innen für qualitative Logos weiterhin unverzichtbar ist.

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        Kontakt aufnehmen

        Hier findest du weitere Informationen zum Thema Logo-Design.

        Jenny Vieira

        März 11, 2026
        Design verstehen, Wissenwertes
        Design, Hasegold, KI, Logo, Logo-Design
      6. Corporate Design erklärt – einfach & verständlich

        Corporate Design erklärt – einfach & verständlich

        Corporate Design ist das einheitliche visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens. Es ist sozusagen das Gesicht deiner Marke – das, was Menschen sehen, wiedererkennen und intuitiv einordnen. Dazu gehören Logo, Farben, Schriftarten, Bildstil und Gestaltungsraster. Ein gutes Corporate Design sorgt dafür, dass dein Unternehmen überall gleich wirkt – auf der Website, in Social Media, auf Visitenkarten oder Präsentationen.

        Corporate Design von Hasegold
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        Man muss nicht erklären, wer man ist, wenn das Design es bereits tut.

        Denk an Marken wie Apple, Nike oder Coca-Cola. Du erkennst sie oft schon an einer Farbe, einer Schrift oder einer bestimmten Bildsprache – noch bevor du das Logo bewusst wahrnimmst. Genau das ist die Aufgabe von Corporate Design: Wiedererkennung schaffen, ohne laut zu sein.

        Corporate Design einfach erklärt

        Corporate Design bedeutet also: Alles sieht so aus, als würde es zusammengehören.

        Ob Website, Flyer oder Insta-Post – Gestaltung folgt festen Regeln. Diese Regeln sorgen dafür, dass dein Unternehmen:

        • professionell wirkt
        • Vertrauen aufbaut
        • im Kopf bleibt

        Ohne Corporate Design fühlt sich Kommunikation schnell zufällig an. Mit Corporate Design entsteht ein klarer Eindruck: So sieht diese Marke aus. So fühlt sie sich an.

        Corporate Design vs. Corporate Identity – der Unterschied

        Hier stolpern viele, die keine Designer sind – völlig verständlich.

        Corporate Identity (CI) ist die gesamte Identität eines Unternehmens. Sie beantwortet Fragen wie:

        • Wofür stehen wir?
        • Welche Werte haben wir?
        • Wie sprechen wir?
        • Wie verhalten wir uns nach innen und außen?

        Corporate Design (CD) ist der visuelle Teil davon. Also alles, was man sieht:

        • Logo
        • Farben
        • Schriften
        • Bildstil
        • Layouts

        Einfach gesagt:
        Corporate Identity ist das Wesen einer Marke.
        Corporate Design ist ihr Aussehen.

        Man kann eine starke Idee haben – ohne klares Design kommt sie aber nicht richtig an. Eine sachliche Definition von Corporate Design und Abgrenzung zur Corporate Identity gibt das Gabler Wirtschaftslexikon.

        Warum Corporate Design so wichtig ist

        Ein gutes Corporate Design ist kein „Nice to have“, sondern ein strategisches Werkzeug.

        Es sorgt für:

        • Wiedererkennbarkeit: Menschen erkennen dein Unternehmen sofort.
        • Vertrauen: Konsistenz wirkt kompetent und zuverlässig.
        • Differenzierung: Du hebst dich visuell vom Wettbewerb ab.
        • Emotionen: Farben und Formen transportieren Haltung und Stimmung.
        • Effizienz: Klare Regeln sparen Zeit und Kosten bei allen Medien.

        Kurz gesagt: Corporate Design übersetzt abstrakte Werte in sichtbare Realität.

        Die wichtigsten Bestandteile eines Corporate Designs

        Ein vollständiges Corporate Design besteht aus mehreren Bausteinen, die ineinandergreifen.

        Logo

        Das zentrale Markenzeichen – oft mit Varianten für unterschiedliche Anwendungen. Wichtig sind klare Regeln: Mindestgrößen, Schutzräume und verbotene Verwendungen.

        Farben

        Primär- und Sekundärfarben definieren den Look. Sie schaffen Wiedererkennung und transportieren Emotionen. Gute CDs bleiben überschaubar und überladen nicht.

        Typografie

        Schriften sorgen für Tonalität. Modern, seriös, verspielt oder technisch – Typografie hat enormen Einfluss auf die Wahrnehmung.

        Bildsprache

        Welche Art von Bildern nutzt die Marke? Menschen oder Objekte? Hell oder dunkel? Echt oder illustrativ? Ein klarer Stil schafft Ruhe.

        Layout & Raster

        Gestaltungsraster regeln Abstände, Hierarchien und Ausrichtungen. Sie machen Designs konsistent – egal wer sie umsetzt.

        Icons & grafische Elemente

        Eigene Symbole oder Muster erhöhen den Wiedererkennungswert, wenn sie konsequent eingesetzt werden.

        Das Corporate Design Manual

        Alle Regeln eines Corporate Designs werden im Corporate Design Manual festgehalten. Man kann es sich wie eine visuelle Gebrauchsanweisung für die Marke vorstellen.

        Typische Inhalte:

        • Grundidee und Markenwerte
        • Logo-Regeln
        • Farbwerte für Print und Digital
        • Typografie und Schriftschnitte
        • Layoutsysteme
        • Bild- und Icon-Stil
        • Beispiele und klare DOs & DON’Ts

        So entsteht ein Corporate Design

        Ein professioneller und umfangreicher CD-Prozess läuft meist in mehreren Schritten ab:

        Zuerst werden Ziele, Zielgruppen und Wettbewerber analysiert. Danach folgt die strategische Phase mit Moodboards, Farb- und Stilrichtungen. Auf dieser Basis entstehen Logo und visuelle Elemente. Anschließend wird alles getestet, verfeinert und im Manual dokumentiert.

        Am Ende steht nicht nur ein schönes Design, sondern ein System, das langfristig funktioniert.

        Typische Fehler im Corporate Design

        Viele Unternehmen scheitern nicht am Design selbst, sondern an der Umsetzung.

        Häufige Probleme sind:

        • inkonsistente Nutzung von Logo und Farben
        • zu viele Schriften und Stile
        • fehlende Regeln oder kein Manual
        • Orientierung an Trends statt an der Marke
        • Vernachlässigung digitaler Anwendungen

        Ein Corporate Design lebt davon, konsequent angewendet zu werden – nicht davon, ständig neu erfunden zu werden.

        Aktuelle Entwicklungen im Corporate Design

        Moderne Corporate Designs werden immer flexibler. Statt starrer Logos entstehen dynamische Systeme, die sich an verschiedene Kanäle anpassen. Themen wie Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Motion Design gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt der Grundsatz bestehen: Klarheit schlägt Komplexität.

        Corporate Design ist mehr als Optik

        Corporate Design ist kein reines „Schönmachen“. Es ist ein strategisches Werkzeug, das Wahrnehmung steuert, Vertrauen aufbaut und Marken langfristig stärkt. Ein gutes CD sorgt dafür, dass dein Unternehmen nicht nur gesehen wird – sondern im Kopf bleibt.

        -> Wir bei Hasegold helfen euch dabei, eine Marke mit Seele und Stimme zu entwickeln – von der Markenstrategie bis zur Website. Kontaktieren Sie uns gerne.

        Mathis

        Februar 9, 2026
        Design verstehen
      7. User Interface Design (UI) erklärt – einfach & verständlich

        User Interface Design (UI) erklärt – einfach & verständlich

        User Interface Design – kurz UI-Design – begegnet dir jeden Tag. Jedes Mal, wenn du eine Website besuchst, eine App öffnest oder eine Software nutzt, hast du es mit einem User Interface zu tun. Gute Interfaces merkst du kaum. Schlechte dagegen sofort. Genau darum geht es beim UI-Design: digitale Oberflächen so zu gestalten, dass Menschen schnell, intuitiv und gerne damit arbeiten.

        User Interface Design Beispiel anhand der Epping Green Energy Seite
        Beispiel von UI-Design anhand der Epping Green Energy Seite. Ihr wollt mehr vom Projekt sehen? Einfach hier klicken

        User Interface Design einfach erklärt

        User Interface Design ist im Grunde nichts anderes als: Wie sieht eine Oberfläche aus, die du bedienen kannst – und wie leicht kommst du damit klar? Alles, was du siehst und anklickst, gehört zum User Interface. Dazu zählen Buttons wie „Weiter“, „Kaufen“ oder „Absenden“, Menüs und Navigation, Texte, Überschriften und Icons, Farben, Abstände und Eingabefelder.

        UI-Design bedeutet, diese Elemente so anzuordnen und zu gestalten, dass du ohne Nachdenken weißt, was zu tun ist. Im besten Fall fühlt sich die Nutzung selbstverständlich an – fast so, als hättest du das Interface schon immer gekannt.

        Ein Alltagsbeispiel

        Denk an einen Fahrkartenautomaten. Wenn du sofort erkennst, wo du dein Ziel auswählst, wie du bezahlst und wo das Ticket herauskommt, ist das gutes UI-Design. Musst du dagegen lange suchen, wirst unsicher oder machst ständig Fehler, ist das Interface schlecht gestaltet. Genau dieser Unterschied entscheidet auch bei Websites, Apps und Software über Erfolg oder Frust.

        Zum umstrittenen Apple-UI-Beispiel ↓

        Was ist User Interface Design genau?

        User Interface Design beschäftigt sich mit der Gestaltung der sichtbaren und bedienbaren Oberfläche digitaler Produkte. Dazu zählen Websites, mobile Apps, Webanwendungen oder komplexe Softwarelösungen.

        UI-Design umfasst unter anderem Layout und visuelle Hierarchie, Farben, Kontraste und Typografie, Buttons, Formulare und interaktive Elemente sowie Icons, Statusanzeigen und visuelles Feedback.

        Dabei geht es nicht nur um das Aussehen, sondern auch um die strukturierte Anordnung der Inhalte. Ein gutes UI nimmt dem Nutzer die Technik aus dem Kopf. Er kann direkt loslegen, ohne Anleitung oder Erklärungen.

        UI vs. UX – wo liegt der Unterschied?

        UI und UX werden oft gemeinsam genannt, sind aber nicht dasselbe.
        UI beschreibt die konkrete Oberfläche, also das, was du siehst und bedienst. UX meint das gesamte Nutzungserlebnis – von den Erwartungen vor der Nutzung bis zum Gefühl danach.

        Ein schönes Interface ohne durchdachte Abläufe wirkt schnell frustrierend. Umgekehrt bleibt eine gute UX wirkungslos, wenn das Interface unübersichtlich oder inkonsistent gestaltet ist. UI ist also ein zentraler Teil von UX, aber nicht das Ganze.

        Ziele von gutem UI-Design

        Gutes User Interface Design verfolgt klare Ziele. Nutzer sollen ohne lange Einarbeitung verstehen, wie sie Aufgaben erledigen. Häufige Aktionen müssen effizient mit wenigen Schritten möglich sein. Fehler sollten vermieden oder leicht korrigierbar sein. Wiederkehrende Elemente müssen konsistent gestaltet sein.

        Ein ruhiges, ästhetisches Erscheinungsbild schafft Vertrauen und Orientierung. Gleichzeitig spielt Barrierefreiheit eine wichtige Rolle, etwa durch ausreichende Kontraste, gut lesbare Schriftgrößen und verschiedene Bedienmöglichkeiten.

        Ein gelungenes UI fühlt sich für den Nutzer selbstverständlich an – ähnlich wie ein Lichtschalter, den man intuitiv findet.

        Wichtige Prinzipien

        Viele Regeln im UI-Design basieren auf bewährten Usability-Prinzipien. Das System sollte jederzeit zeigen, was gerade passiert, zum Beispiel durch Ladeanzeigen oder Bestätigungen. Vertraute Begriffe und Metaphern helfen dabei, Funktionen schneller zu verstehen.

        Nutzer brauchen Kontrolle und Freiheit, etwa durch „Zurück“- oder „Abbrechen“-Funktionen. Konsistenz sorgt dafür, dass sich gleiche Elemente überall gleich verhalten. Gute Interfaces verhindern Fehler, statt sie nur zu melden. Inhalte sollten erkennbar sein, ohne dass man sich Dinge merken muss.

        Minimalistisches Design hilft, den Fokus auf das Wesentliche zu lenken. Unterstützende Hilfen wie Tooltips oder kurze Erklärungen erleichtern besonders neuen Nutzern den Einstieg.

        Hier wollt noch mehr erfahren über die Prinzipien des UI-Designs? Hier klicken

        Zentrale Bausteine eines User Interfaces

        Ein User Interface besteht aus mehreren grundlegenden Elementen. Navigationselemente wie Menüs, Tabs oder Breadcrumbs helfen bei der Orientierung. Interaktive Elemente wie Buttons, Links oder Eingabefelder ermöglichen Aktionen.

        Layout, Raster und Abstände strukturieren Inhalte visuell. Typografie sorgt für Hierarchie und Lesbarkeit. Farben und Kontraste transportieren Markenidentität und unterstützen die Bedienbarkeit. Icons, Animationen und Statusanzeigen geben schnelles Feedback.

        Design-Systeme oder Styleguides stellen sicher, dass all diese Bausteine einheitlich und wiederverwendbar bleiben.

        Best Practices für gutes UI-Design

        Ein gutes Interface ist so einfach wie möglich gestaltet. Es zeigt nur das, was für die aktuelle Aufgabe relevant ist. Wichtige Funktionen sind klar sichtbar und leicht erreichbar. Eine saubere visuelle Hierarchie macht sofort deutlich, was wichtig ist.

        Ausreichend Weißraum sorgt für Ruhe und bessere Lesbarkeit. Buttons sind eindeutig beschriftet und reagieren sichtbar auf Interaktionen. Und nicht zuletzt muss ein gutes UI auf allen Geräten funktionieren – vom Smartphone bis zum großen Desktop-Bildschirm.

        Ein aktuelles UI-Beispiel: Liquid Glass beim iPhone

        Ein gutes Beispiel dafür, warum User Interface Design mehr ist als „schön aussehen“, ist das sogenannte Liquid-Glass-Design von Apple in iOS.

        Der Ansatz ist optisch extrem auffällig: viel Transparenz, Blur-Effekte und glasartige Flächen. Das wirkt futuristisch, hochwertig und passt perfekt zur Markenästhetik. Gleichzeitig sorgt genau das für Kritik. Texte verlieren auf unruhigen Hintergründen an Lesbarkeit, Kontraste sind teils zu schwach und wichtige Inhalte wirken überlagert. Besonders für Menschen mit Sehschwächen kann das schnell problematisch werden.

        Liquid Glass zeigt damit einen klassischen Zielkonflikt im UI-Design: Ästhetik vs. Bedienbarkeit. Der Look begeistert viele – die Nutzung funktioniert aber nicht für alle gleich gut. Genau hier setzt gutes UI-Design an: Es fragt nicht nur „Sieht das gut aus?“, sondern vor allem „Kommen Nutzer damit klar?“.

        Dieses Beispiel macht deutlich, warum UI-Design so entscheidend ist – und warum visuelle Effekte allein kein gutes Interface garantieren.

        User Interface Design spielt auch bei Apple eine super wichtige Rolle wie hier auf dem BIld zu sehen mit dem Liquid Glass Design

        Warum User Interface Design so wichtig ist

        User Interface Design entscheidet darüber, ob Menschen digitale Produkte gerne nutzen oder schnell wieder verlassen. Es verbindet Gestaltung mit Funktion, Klarheit mit Emotion und Struktur mit Intuition. Gutes UI fällt nicht auf, weil es einfach funktioniert. Und genau das macht es so wertvoll.

        -> Wir bei Hasegold helfen euch dabei, eine Marke mit Seele und Stimme zu entwickeln – von der Markenstrategie bis zur Website. Kontaktieren Sie uns gerne.

        UX und UI sind untrennbar. Deswegen haben wir hier ein Beitrag für dich zum Thema Designpsychologie und User Experience (UX) —>

        Mathis

        Februar 4, 2026
        Design verstehen
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