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  • Wie reagieren Menschen auf KI-Werbung? Zahlen und Statistiken im Überblick

    Wie reagieren Menschen auf KI-Werbung? Zahlen und Statistiken im Überblick

    KI ist in der Werbung längst angekommen – nur das Publikum zieht nicht so begeistert mit, wie die Branche glaubt. Gleich mehrere aktuelle Studien aus 2026 zeigen einen gemeinsamen Grundtrend – allerdings mit wichtigen Unterschieden bei der Wirkung von Transparenz und Kennzeichnung.

    Beispiel-Werbung-KI-Generiert-KI-Kampagne

    Den Kern liefert eine Erhebung des US-Branchenverbands IAB (Interactive Advertising Bureau) mit Sonata Insights, treffend betitelt „The AI Ad Gap Widens“ – die Kluft zwischen Werbetreibenden und Konsument:innen wird größer, nicht kleiner. Ergänzt wird sie durch den globalen Canva Marketing AI Report 2026, Deutschland-Auswertungen von Bitkom und NIM sowie neue europäische Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme und KI-generierte oder manipulierte Inhalte. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

    Wichtig vorab: Die IAB-Zahlen stammen aus einer US-Befragung junger Konsument:innen und Werbe-Führungskräfte. Der Canva-Bericht basiert dagegen auf einer internationalen Erhebung in sieben Ländern, darunter Deutschland. Das NIM vergleicht Deutschland, Großbritannien und die USA; die Bitkom-Daten sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, zeigen aber wiederkehrende Grundtendenzen.

    Die Branche setzt immer stärker auf KI

    Auf Seiten der Werbetreibenden ist KI kein Nischenthema mehr, sondern Standard. 83 % der befragten Werbe-Führungskräfte geben an, dass ihr Unternehmen KI bereits im kreativen Prozess einsetzt – ein deutlicher Sprung gegenüber 60 % im Jahr 2024.

    Besonders auffällig ist ein Motivwechsel: Der wichtigste wahrgenommene Vorteil von KI ist inzwischen die Kostenersparnis (64 %) – 2024 lag dieser Punkt noch abgeschlagen auf Platz fünf. Kreative Innovation als Vorteil ist dagegen leicht rückläufig (61 % gegenüber 64 %). Kurz: KI wird zunehmend als Effizienzwerkzeug gesehen. Das Kostenargument ist inzwischen wichtiger als die kreative Innovation, obwohl auch diese weiterhin zu den zentralen wahrgenommenen Vorteilen zählt.

    KI-Vorteile aus Sicht der Werbetreibenden

    Quelle: IAB/Sonata Insights, „The AI Ad Gap Widens“ (2026)

    Das Publikum bemerkt es – und ist skeptisch

    Auf der anderen Seite steigt die Sichtbarkeit von KI-Werbung spürbar. 71 % der befragten Gen-Z- und Millennial-Konsument:innen glauben, schon einmal eine mit KI erstellte Anzeige gesehen zu haben (2024 waren es erst 54 %).

    Doch mehr Sichtbarkeit bedeutet nicht mehr Zustimmung. Die Stimmung hat sich sogar verschlechtert: Der Anteil derjenigen, die KI-Werbung negativ sehen, liegt inzwischen 12 Prozentpunkte höher als 2024. Nur noch rund ein Viertel der Befragten ist unentschieden – 2024 war es noch ein Drittel (34 %). Unter den Befragten nimmt damit vor allem der Anteil klarer positiver oder negativer Einschätzungen zu, wobei die kritischen Stimmen gegenüber 2024 deutlich zugelegt haben.

    Quelle: IAB/Sonata Insights, „The AI Ad Gap Widens“ (2026)

    Der große Wahrnehmungsgraben

    Die vielleicht aufschlussreichste Zahl der ganzen Studie ist die Diskrepanz zwischen dem, was die Branche glaubt, und dem, was das Publikum tatsächlich empfindet:

    Meinung zu KI-Werbung: Branche vs. Publikum
    • 82 % der Werbe-Führungskräfte glauben, dass junge Konsument:innen KI-Werbung positiv gegenüberstehen.
    • Tatsächlich tun das nur 45 %.

    Dieser Graben ist von 32 Prozentpunkten (2024) auf 37 Prozentpunkte (2026) gewachsen. Die Branche überschätzt die Begeisterung ihres Publikums also deutlich – und im Vergleich zu 2024 hat sich dieser Wahrnehmungsgraben weiter vergrößert.

    Quelle: IAB/Sonata Insights, „The AI Ad Gap Widens“ (2026)

    Gen Z ist deutlich kritischer als Millennials

    Innerhalb der jungen Zielgruppe gibt es ein klares Gefälle. Die Gen Z reagiert spürbar ablehnender auf KI-Werbung als die Millennials:

    Meinung zu KI-Werbung: Gen Z vs. Millennials
    • Negative Haltung Gen Z: 39 %
    • Negative Haltung Millennials: 20 %

    Das ist fast doppelt so hoch. Und der Abstand wächst: 2024 lagen die Werte noch bei 21 (Gen Z) zu 15 % (Millennials) deutlich näher beieinander. Die Ergebnisse sprechen dabei nicht zwangsläufig für eine generelle Technikfeindlichkeit der Gen Z, sondern zunächst für eine kritischere Beurteilung des KI-Einsatzes durch Marken.

    Quelle: IAB/Sonata Insights, „The AI Ad Gap Widens“ (2026)

    Wie KI die Marke wirken lässt

    KI-Einsatz färbt auch auf das Image einer Marke ab – und zwar anders, als die Branche hofft. Bei den Zuschreibungen klaffen Werbeprofis und Publikum weit auseinander (Werbetreibende vs. Konsument:innen):

    Wie KI die Marke wirken lässt

    Werbetreibende schreiben KI-nutzenden Marken deutlich häufiger positive Attribute zu. Die befragten Konsument:innen bewerten sie dagegen seltener als vorausschauend oder einzigartig und häufiger als manipulativ oder unethisch. Auch beim Stichwort „innovativ“ driften beide auseinander: Bei den Konsument:innen sank der Wert von 30 (2024) auf 23 %, bei den Werbeprofis stieg er von 40 auf 49 %.

    Bei der Gen Z fallen die Urteile über KI-nutzende Marken noch härter aus als bei den Millennials: 30 % nennen solche Marken „unauthentisch“ (Millennials: 13 %), 26 % „abgehoben / entkoppelt“ (8 %) und 24 Prozent „unethisch“ (8 %).

    Gen Z urteilt härter über KI-Marken

    Quelle: IAB/Sonata Insights, „The AI Ad Gap Widens“ (2026)

    Transparenz ist wichtig, aber kein Selbstläufer

    Die vielleicht praktisch wichtigste Erkenntnis: Offenlegung wird von vielen Konsument:innen erwartet, verbessert die Werbewirkung aber nicht automatisch. Eine KI-Kennzeichnung kann Orientierung und Vertrauen fördern, zugleich jedoch die wahrgenommene Natürlichkeit oder das unmittelbare Engagement leicht reduzieren.

    Wirkung einer KI-Kennzeichnung auf den Kauf
    • Bei 36 Prozent würde eine KI-Kennzeichnung den Kauf eher wahrscheinlicher machen, für 37 Prozent hätte sie keinen Einfluss. Bei 27 Prozent würde sie den Kauf dagegen eher unwahrscheinlicher machen.
    Was Aufmerksamkeit für KI-Werbung schafft
    • 35 % der befragten Konsument:innen nennen eine klare KI-Kennzeichnung als Faktor, der ihre Aufmerksamkeit erhöht. Damit liegt die Kennzeichnung hinter hochwertigen Bildern beziehungsweise Grafiken (40 %) und humorvollen Inhalten (39 %) auf dem dritten Platz.
    • Aufmerksamkeit ist dabei nicht automatisch mit Zustimmung, Vertrauen oder einer höheren Kaufbereitschaft gleichzusetzen.

    Die Umsetzung hinkt aber hinterher: Zwar kennzeichnen 89 % der KI-nutzenden Werbetreibenden ihre Anzeigen zumindest manchmal, doch weniger als die Hälfte tut es immer.

    Kennzeichnen Werbetreibende ihre KI-Anzeigen?

    Bei der Frage, was offengelegt werden sollte, sind sich die Konsument:innen weitgehend einig: Mehr als die Hälfte wünscht sich eine Kennzeichnung bei vollständig KI-generierten Anzeigen, bei KI-Videos und KI-Bildern; knapp die Hälfte auch bei KI-Stimmen und virtuellen Avataren. Der Wunsch nach Transparenz ist am stärksten bei sensiblen Branchen wie Pharma/Gesundheit und Politik, am schwächsten bei Unterhaltung.

    Quelle: IAB/Sonata Insights, „The AI Ad Gap Widens“ (2026)

    Der Wunsch nach dem „menschlichen Faktor“ (Canva-Report)

    Ein zweiter großer Datensatz, der Canva Marketing AI Report 2026, bestätigt das Bild aus einer anderen Richtung – und liefert die vielleicht deutlichsten Zahlen zur emotionalen Seite:

    87 % der befragten Konsument:innen glauben, dass die beste Werbung weiterhin eine menschliche Note braucht.

    Canva Marketing AI Report 2026

    78 % der befragten Konsument:innen würden lieber Werbung von Menschen sehen – selbst wenn KI bessere Werbung produzieren könnte.

    Canva Marketing AI Report 2026

    7 von 10 sagen, KI-Anzeigen wirkten, als würde „etwas fehlen“

    Canva Marketing AI Report 2026

    Gleichzeitig haben 68 % der Konsument:innen nichts gegen KI in der Werbung, wenn die Anzeigen dadurch hilfreicher oder relevanter werden.

    Canva Marketing AI Report 2026

    Auf Branchenseite ist KI dabei kaum noch wegzudenken: 97 % der Marketingverantwortlichen nutzen KI täglich, 99 % wollen 2026 mehr investieren. Und der Begriff, der auch deinen Design-Beitrag prägt, taucht hier als handfestes Problem auf: Erwähnungen von „AI slop“ haben sich laut Medienbeobachtung verneunfacht, und 41 % der Marketingverantwortlichen bezeichnen es als echte Herausforderung.

    Was schafft laut Publikum Vertrauen? Datenschutz (53 %), die Offenlegung des KI-Einsatzes (52 %), die Zusicherung, dass KI keine Jobs ersetzt (39 %), und die Möglichkeit, KI-Werbung ganz abzuwählen (37 %).

    Quelle: Canva, „Marketing AI Report 2026″

    Und in Deutschland? (Bitkom & NIM)

    Die IAB-Ergebnisse stammen aus den USA, während der Canva-Bericht international angelegt ist. Mit dem NIM und Bitkom liegen zusätzlich Ergebnisse vor, die Deutschland ausdrücklich einbeziehen.

    Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ergänzt das Bild um eine wichtige Einschränkung. In einem Experiment erhielten die Teilnehmenden identische Werbeinhalte, die entweder als menschlich erstellt oder als KI-generiert bezeichnet wurden. Die KI-Kennzeichnung führte im Durchschnitt zu kritischeren Bewertungen, obwohl der eigentliche Inhalt identisch war.

    Bei der Absicht, die Website des beworbenen Produkts zu besuchen, schnitt die KI-gekennzeichnete Anzeige insgesamt etwas schlechter ab. In der deutschen Teilstichprobe war dieser Unterschied allerdings nicht statistisch signifikant.

    Ich würde die Website des Produkts besuchen

    Auch bei der wahrgenommenen Natürlichkeit und beim wahrgenommenen Nutzen schnitten die als KI-generiert gekennzeichneten Inhalte im Durchschnitt etwas schlechter ab als die Vergleichsgruppe.

    Das widerspricht den IAB-Ergebnissen nicht zwingend. Das IAB erfragte allgemein, wie sich das Wissen um den KI-Einsatz nach Einschätzung der Befragten auf ihre Kaufwahrscheinlichkeit auswirken würde. Das NIM testete dagegen experimentell die Reaktion auf eine konkrete Kennzeichnung bei ansonsten identischen Anzeigen. Transparenz kann demnach grundsätzlich erwünscht sein und trotzdem bei einzelnen Anzeigen kurzfristig die wahrgenommene Natürlichkeit oder das Engagement senken.

    Quelle: NIM – Nürnberg Institut für Marktentscheidungen, „Transparency without Trust“

    Der Bitkom liefert den gesellschaftlichen Rahmen (repräsentativ, ab 16 Jahren):

    • 58 % nutzen KI überhaupt; 69 % sehen sie eher als Chance, 27 % eher als Gefahr – Tendenz zu leicht wachsender Skepsis.
    • Junge sind offener: Bei den 16- bis 29-Jährigen sehen 81 % KI als Chance, bei den über 65-Jährigen nur 58 %.
    • Aber: 27 % haben Angst, von KI manipuliert zu werden, und 42 % empfinden KI als oft undurchsichtig.

    Die Ergebnisse zeigen, dass allgemeine Offenheit gegenüber KI und Skepsis gegenüber KI-Werbung nebeneinander bestehen können. Aus den Bitkom-Daten allein lässt sich allerdings nicht ableiten, aus welchen Gründen jüngere Menschen in Deutschland KI-Werbung beurteilen oder ob ihre Reaktionen denen der befragten US-amerikanischen Gen Z entsprechen.

    Quelle: Bitkom, „Ein Drittel nutzt KI mindestens einmal pro Woche“ (2026) sowie Studienbericht „Künstliche Intelligenz in Deutschland“

    Ab August 2026: Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte

    Ab dem 2. August 2026 gelten nach Artikel 50 des EU AI Acts mehrere unterschiedliche Transparenzpflichten.

    Menschen müssen unter anderem darüber informiert werden, wenn sie mit einem KI-System wie einem Chatbot interagieren, sofern dies nicht ohnehin offensichtlich ist. Anbieter generativer KI-Systeme müssen synthetische Audio-, Bild-, Video- und Textausgaben grundsätzlich maschinenlesbar kennzeichnen. Wer ein KI-System beruflich zur Erzeugung oder Manipulation eines Deepfakes einsetzt, muss außerdem offenlegen, dass der Inhalt künstlich erzeugt oder verändert wurde. Eine pauschale sichtbare Kennzeichnungspflicht für jede KI-unterstützte Werbeanzeige enthält der AI Act dagegen nicht. Verstöße gegen Artikel 50 können mit Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro beziehungsweise bei Unternehmen bis zu 3 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.

    Wichtig für die Praxis: Die Ausnahme für menschliche Überprüfung und redaktionelle Verantwortung gilt ausdrücklich für KI-generierte oder manipulierte Texte, die veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Sie ist keine allgemeine Ausnahme für KI-generierte Bilder, Videos oder Deepfakes.

    Für die maschinenlesbare Kennzeichnung durch den Systemanbieter besteht außerdem eine Ausnahme, wenn das KI-System lediglich eine unterstützende Funktion bei einer Standardbearbeitung übernimmt oder die Eingabedaten beziehungsweise deren Bedeutung nicht wesentlich verändert. Welche Pflicht im konkreten Marketingfall greift, hängt deshalb von Inhalt, Einsatzweise und Rolle des jeweiligen Unternehmens ab.

    Quelle: EU AI Act, Artikel 50 – Verordnung (EU) 2024/1689, amtlicher Text (EUR-Lex)

    Nicht anti-KI, sondern anti-Lieblosigkeit

    Über die verschiedenen Studien hinweg entsteht kein Bild einer grundsätzlichen Ablehnung von KI. Viele Konsument:innen akzeptieren KI in der Werbung, wenn das Ergebnis hilfreich, relevant und qualitativ überzeugend ist. Gleichzeitig erwarten sie einen erkennbaren menschlichen Beitrag, glaubwürdige Gestaltung und Transparenz über den KI-Einsatz.

    Dabei zeigt sich ein echtes Spannungsverhältnis: Eine Kennzeichnung kann Orientierung bieten und einer verbreiteten Erwartung entsprechen, ohne automatisch die unmittelbare Werbewirkung zu verbessern. In konkreten Situationen kann sie die wahrgenommene Natürlichkeit oder das Engagement sogar leicht senken. Transparenz bleibt deshalb wichtig, ersetzt aber weder kreative Qualität noch Vertrauen in die Marke.

    Mit dem EU AI Act werden bestimmte Transparenz- und Kennzeichnungspflichten ab August 2026 in Europa rechtlich verbindlich. Für alle, die selbst Werbung machen, ist die Botschaft damit überraschend beruhigend – und praktisch: Es geht nicht darum, KI zu meiden. Es geht darum, sie gut und ehrlich einzusetzen. Transparenz wird damit rechtlich wichtiger und entspricht zugleich einer klaren Erwartung vieler Konsument:innen. Entscheidend bleibt jedoch, dass die Werbung nicht nur korrekt gekennzeichnet, sondern auch qualitativ, relevant und glaubwürdig gestaltet ist.

    Quellen:
    EU AI Act, Artikel 50 (Transparenzpflichten, gültig ab 2. August 2026). Verordnung (EU) 2024/1689, amtlicher Text: eur-lex.europa.eu

    IAB & Sonata Insights, „The AI Ad Gap Widens“ (15. Januar 2026). Befragt wurden 505 US-Konsument:innen der Gen Z (16–27) und Millennials (28–43) sowie 104 US-Werbe-Führungskräfte, Erhebungszeitraum Oktober 2025 bis Januar 2026. iab.com

    Canva, „Marketing AI Report 2026″ (Mai 2026). canva.com

    NIM – Nürnberg Institut für Marktentscheidungen, „Transparency without Trust“. nim.org

    Bitkom, „Ein Drittel nutzt KI mindestens einmal pro Woche“ (28. April 2026) und Studienbericht „Künstliche Intelligenz in Deutschland“. bitkom.org

    -> Wir bei Hasegold helfen euch dabei, eine Marke mit Seele und Stimme zu entwickeln – von der Markenstrategie bis zur Logo. Kontaktieren Sie uns gerne.

    Alina

    Juli 20, 2026
    Wissenwertes
  • Die schlimmste Ära des Designs? Willkommen in der „KI-Flyer-Pandemie“

    Die schlimmste Ära des Designs? Willkommen in der „KI-Flyer-Pandemie“

    Wer in den letzten Monaten durch Innenstädte gelaufen ist, wird sie wahrscheinlich schon gesehen haben. Die Flyer für das nächste Stadtfest. Das Plakat vom Streetfood-Festival. Der Aushang im Schaufenster der neuen Bar. Die Werbung für den Flohmarkt, das Vereinsfest oder die nächste Party. Obwohl sie völlig unterschiedliche Dinge bewerben, haben sie oft etwas gemeinsam: Sie sehen alle erstaunlich ähnlich aus.

    Genau darüber diskutiert die Designwelt derzeit. In sozialen Netzwerken ist sogar von der „KI-Flyer-Pandemie“ oder der „schlimmsten Ära des Designs“ die Rede. Übertrieben? Vielleicht. Doch wer den typischen KI-Look einmal erkannt hat, wird ihn plötzlich überall entdecken – auf Flyern, Plakaten und digitalen Werbeanzeigen.

    KI-Flyer, Menschen in Social Media beschweren sich über die schlimmste Ära des Designs

    Plötzlich sehen alle Flyer gleich aus

    Hat man den Stil einmal erkannt, lässt er sich kaum noch übersehen.

    Um das selbst zu testen, haben wir mehrere neue Chats mit einer KI gestartet. Der simple Prompt war jedes Mal fast identisch. „Generiere mir einen Plakat für einen Nachbarschaftsfest, der spaß macht in [Stadt]“. Lediglich die Stadt wurde geändert – von Osnabrück über Hamburg bis nach Münster und Leipzig.

    KI-Flyer Osnabrück Hamburg, KI-Slop, sehen gleich aus

    Das Ergebnis überrascht (nicht). Die Hintergründe wechseln. Die Stadtnamen ändern sich. Doch die Gestaltung bleibt fast identisch.

    • dieselben bunten Pinselstriche
    • dieselbe handschriftähnliche Typografie
    • dieselben Sticker und Icons
    • dieselben Farbflächen
    • dieselbe Informationsstruktur
    • Pure Reizüberfllutung

    Auf den ersten Blick wirken die Flyer unterschiedlich. Schaut man genauer hin, erkennt man jedoch immer wieder dieselben Gestaltungsmuster. Genau das ist der Grund, warum viele Menschen den typischen KI-Look inzwischen sofort wiedererkennen.

    Aus einiger Entfernung erkennt man oft gar nicht mehr, welches Plakat eigentlich für welche Stadt gedacht ist. Die Motive ändern sich, die Namen wechseln – die Gestaltung bleibt nahezu identisch. Genau das ist für ein Plakat problematisch. Es soll Aufmerksamkeit erzeugen und im Gedächtnis bleiben. Wenn jedoch vier verschiedene Städte auf den ersten Blick gleich aussehen, verliert jede einzelne Gestaltung an Eigenständigkeit.

    KI-Flyer Münster Leipzig, KI-Slop, sehen gleich aus

    Auf der anderen Seite möchte jedes Element Aufmerksamkeit erzeugen. Das Problem ist nur: Alle wollen gleichzeitig Aufmerksamkeit.

    Dadurch entsteht keine Hierarchie mehr. Das Auge weiß gar nicht, wo es zuerst hinschauen soll. Jede Ecke schreit nach Aufmerksamkeit. Jede Information wirkt gleich wichtig.

    Am Ende passiert genau das Gegenteil von guter Gestaltung. Der Blick springt unruhig über den Flyer, ohne einen klaren Einstieg zu finden. Statt Orientierung entsteht Reizüberflutung.

    Noch spannender wird es, wenn man mehrere dieser Gestaltungen hintereinander sieht. Plötzlich erkennt man immer dieselben Muster. Die Farben wechseln. Die Motive wechseln. Der Aufbau bleibt fast identisch.

    Genau deshalb sprechen viele inzwischen von einer KI-Flyer-Pandemie. Nicht weil jeder Flyer gleich aussieht, sondern weil alle nach demselben Prinzip gestaltet sind.

    „Wer alles hervorhebt, hebt am Ende nichts mehr hervor.“ – Wahrscheinlich ein bekannter Designer

    Warum man den KI-Look sofort erkennt

    Vor einem Jahr wurde noch darüber diskutiert, ob Menschen KI-generierte Bilder überhaupt erkennen können.

    Heute geht es längst nicht mehr um zusätzliche Finger oder schiefe Schatten.

    Der typische KI-Look hat sich inzwischen zu einer eigenen Bildsprache entwickelt. Perfekt ausgeleuchtete Motive, glänzende Oberflächen und möglichst viele grafische Elemente sollen Aufmerksamkeit erzeugen. Genau dadurch wirken viele Gestaltungen inzwischen aber erstaunlich ähnlich.

    39% der Gen Z äußern sich negativ zu KI-Werbung

    Studie des Branchenverbands IAB (gemeinsam mit Sonata Insights, Januar 2026)

    Das eigentliche Problem ist also nicht die künstliche Intelligenz selbst. Das Problem ist, dass immer mehr Menschen dieselben Werkzeuge auf dieselbe Weise einsetzen.

    Interessant ist, dass sich diese Entwicklung inzwischen sogar in Studien zeigt. Eine Untersuchung des Branchenverbands IAB gemeinsam mit Sonata Insights zeigt, dass besonders junge Menschen KI-generierter Werbung zunehmend kritisch gegenüberstehen. 39 Prozent der Gen Z bewerten KI-Werbung negativ – bei den Millennials sind es nur 20 Prozent.

    Noch spannender ist jedoch eine andere Zahl. 82 Prozent der befragten Werbe-Führungskräfte glaubten, junge Menschen würden KI-generierte Werbung positiv wahrnehmen. Tatsächlich waren es gerade einmal 45 Prozent. Die Wahrnehmung der Branche und die Realität liegen also erstaunlich weit auseinander.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass junge Menschen künstliche Intelligenz grundsätzlich ablehnen. Vielmehr reagieren sie sensibel auf Gestaltungen, die beliebig oder lieblos wirken. Genau deshalb fällt der typische KI-Look inzwischen so schnell auf.

    Wie aus einem Internet-Meme eine Design-Debatte wurde

    Der Begriff „KI-Flyer-Pandemie“ stammt ursprünglich aus den sozialen Medien. Auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Reddit teilten immer mehr Nutzer Beispiele von Flyern und Plakaten, die sich verblüffend ähnlich sahen. Aus einzelnen Beiträgen wurde schnell ein Running Gag – und irgendwann eine ernsthafte Diskussion.

    Richtig bekannt wurde das Thema durch den Journalisten Jason Koebler, der die Entwicklung bei 404 Media aufgriff. Dort sammelte er zahlreiche Beispiele aus verschiedenen Ländern und zeigte, dass der Stil längst nicht mehr nur online existiert. Die gleichen Gestaltungen hängen heute an Litfaßsäulen, kleben in Schaufenstern oder werden als Flyer verteilt.

    Spätestens an diesem Punkt wurde klar: Es handelt sich nicht um einzelne Beispiele, sondern um einen neuen Designtrend.

    Warum KI immer wieder dieselben Gestaltungen erzeugt

    Eigentlich überrascht diese Entwicklung kaum. Generative KI entwickelt keinen eigenen Stil. Stattdessen analysiert sie Millionen bestehender Designs und berechnet daraus die wahrscheinlichste Lösung. Fragt jemand nach einem Flyer für ein Sommerfest oder einem Plakat für ein Konzert, orientiert sich das Modell an den Gestaltungen, die es bereits kennt.

    Genau darin liegt das Problem. Millionen Menschen nutzen dieselben Werkzeuge. Millionen Menschen stellen ähnliche Anfragen. Und Millionen Menschen erhalten dadurch sehr ähnliche Ergebnisse.

    Die KI kopiert dabei keine bestehenden Flyer oder Plakate. Sie reproduziert vielmehr den Durchschnitt dessen, was sie gelernt hat. Genau deshalb wirken viele Ergebnisse sauber und professionell – aber gleichzeitig erstaunlich austauschbar.

    Es geht längst nicht mehr nur um Flyer

    Mittlerweile betrifft dieses Phänomen längst nicht mehr nur Flyer oder Plakate. Unter dem Begriff „AI Slop“ diskutieren Designer inzwischen eine viel größere Entwicklung. Gemeint sind Inhalte, die technisch hochwertig aussehen, aber kaum noch eine eigene Handschrift besitzen. Dazu gehören Websites, Social-Media-Grafiken, Präsentationen oder Werbeanzeigen genauso wie klassische Printmedien.

    Je häufiger diese Inhalte entstehen, desto ähnlicher wirkt die gesamte Gestaltung. Genau deshalb setzen viele Designer inzwischen wieder bewusst auf echte Fotografien, Illustrationen oder sichtbar handgemachte Elemente. Persönlichkeit wird langsam wieder wichtiger als technische Perfektion.

    Warum der KI-Look inzwischen zum Nachteil wird

    Vor einem Jahr wirkte dieser Stil noch modern. Heute passiert genau das Gegenteil. Viele Menschen erkennen einen KI-Flyer inzwischen auf den ersten Blick. Das Problem ist dabei nicht die künstliche Intelligenz selbst, sondern dass sich ihre typische Gestaltung immer stärker wiederholt. Sobald ein Flyer aussieht wie viele andere zuvor, verliert er genau das, was Werbung eigentlich erreichen soll: Aufmerksamkeit.

    Design transportiert immer auch eine Botschaft. Ein liebevoll gestalteter Flyer signalisiert, dass sich jemand Gedanken gemacht hat. Ein austauschbares Layout wirkt dagegen schnell beliebig – unabhängig davon, wie gut die eigentliche Veranstaltung oder das Angebot ist. Ob dieser Eindruck fair ist, spielt dabei kaum eine Rolle. Der erste Eindruck entsteht innerhalb weniger Sekunden und genau dieser entscheidet häufig darüber, ob jemand weiterlesen möchte oder eben nicht.

    Die Ironie hinter den KI-Generatoren

    Fast alle KI-Tools werben mit individuellen Designs und grenzenloser Kreativität. In der Praxis entsteht jedoch häufig das Gegenteil. Millionen Menschen nutzen dieselben Programme und geben ähnliche Prompts ein. Die KI berechnet daraus die wahrscheinlichste Lösung – und genau deshalb ähneln sich die Ergebnisse so stark.

    Das liegt nicht daran, dass die Technologie schlecht wäre. Sie funktioniert genau so, wie sie entwickelt wurde. Sie orientiert sich am Durchschnitt vorhandener Gestaltung und erzeugt daraus neue Varianten. Je häufiger diese wiederum im Internet auftauchen, desto stärker beeinflussen sie zukünftige Modelle. So entsteht Schritt für Schritt eine Ästhetik, die immer ähnlicher wird.

    Designer sprechen inzwischen von „AI Slop“/„KI-Slop“

    Für dieses Phänomen hat sich inzwischen sogar ein eigener Begriff etabliert: AI Slop. Gemeint sind Inhalte, die technisch sauber aussehen, aber kaum noch eine eigene Handschrift besitzen. Der Begriff beschreibt längst nicht mehr nur Flyer oder Plakate. Auch Websites, Logos, Social-Media-Grafiken oder Präsentationen werden immer häufiger so bezeichnet, wenn sie offensichtlich demselben KI-Muster folgen.

    Menschliches Design wird wieder wertvoll

    Vielleicht ist genau das die spannendste Entwicklung. Je mehr perfekte KI-Grafiken entstehen, desto stärker wächst der Wunsch nach Gestaltung mit Persönlichkeit. Handschrift, Illustrationen, Papierstrukturen, Körnung oder echte Fotografien erleben gerade ein Comeback. Sie wirken nicht deshalb besser, weil sie unperfekt sind. Sie wirken besser, weil man erkennt, dass ein Mensch dahinter steckt.

    Genau deshalb setzen viele aktuelle Designtrends wieder stärker auf Charakter statt Perfektion. Wir haben darüber bereits in unserem Beitrag zum Naive Design geschrieben. Auch dort zeigt sich derselbe Gedanke: Menschen suchen heute weniger nach makelloser Gestaltung als nach einer eigenen Handschrift.

    Vielleicht ist das gar nicht die schlimmste Ära des Designs

    Vielleicht erleben wir gerade einfach den Moment, in dem ein neues Werkzeug für alle verfügbar geworden ist. Das hat es in der Designgeschichte schon häufiger gegeben. Anfangs sieht alles neu und spannend aus. Dann nutzen plötzlich alle dieselben Möglichkeiten. Erst danach entwickeln sich wieder eigene Stile und neue gestalterische Ideen.

    Vielleicht ist die „schlimmste Ära des Designs“ also weniger eine Katastrophe als eine Übergangsphase — der Moment, in dem ein neues Werkzeug massentauglich wird, bevor Geschmack und Können nachziehen.

    Und interessanterweise verschiebt sich dadurch, was Menschen überhaupt schätzen. Wenn jemand einfach kurz Canva geöffnet, eine Vorlage als Ausgangspunkt genommen, ein paar Dinge angepasst, seine eigenen Fotos eingefügt, seine eigene Farbe und sein eigenes Logo gesetzt hat – dann kommt genau das oft besser an als das durchgestylte KI-Plakat.

    Wichtig: Es geht nicht darum, einfach irgendeine Vorlage zu nehmen und fertig – dann landet man beim gleichen austauschbaren Look wie alle anderen. Der Unterschied entsteht durch das Eigene, das man reinbringt: die echten Bilder, die eigene Marke, die kleinen Entscheidungen. Nicht, weil das Ergebnis perfekter ist, sondern weil man merkt: Da hat sich jemand tatsächlich hingesetzt und es zu seinem gemacht. Das eigene Handwerk, so klein es auch sein mag, wird gerade wieder wertgeschätzt. Je mehr generische KI-Ware die Feeds und Wände flutet, desto mehr rückt der Mensch dahinter in den Fokus – die Handschrift, der Aufwand, das Persönliche.

    Die eigentliche Lektion ist am Ende zeitlos: Ein handgeschriebenes Schild mit Edding oder ein schlichtes, selbst zusammengeschustertes Plakat, das in einer Sekunde sagt, was Sache ist, schlägt jeden überladenen KI-Aushang. Weil es menschlich ist.

    Und Menschen fiebern nun mal mit Menschen mit. (Erstmal)

    -> Wir bei Hasegold helfen euch dabei, eine Marke mit Seele und Stimme zu entwickeln – von der Markenstrategie bis zur Logo. Kontaktieren Sie uns gerne.

    Alina

    Juli 16, 2026
    Wissenwertes
  • Figma Config 2026: Alle neuen Tools und Ankündigungen im Überblick

    Figma Config 2026: Alle neuen Tools und Ankündigungen im Überblick

    Jedes Jahr richtet sich der Blick der Designwelt auf die Figma Config. Was Apple für Hardware oder Google für KI ist, ist die Config für Designer, Product Teams und Entwickler. Neue Funktionen, Produktankündigungen und strategische Ausrichtungen geben meist schon heute vor, wie digitales Design morgen aussehen wird.

    Auch die Figma Config 2026 hat diese Erwartungen erfüllt. Statt kleiner Verbesserungen standen diesmal grundlegende Veränderungen im Mittelpunkt. Figma entwickelt sich immer stärker von einem reinen Design-Tool zu einer Plattform, auf der Gestaltung, Entwicklung und künstliche Intelligenz nahtlos zusammenarbeiten.

    Config 2026 von Figma: Was können uns für Funktionen erwarten?
    • Code Layers: Code wird Teil der Designfläche
    • Figma Motion bringt Animationen direkt ins Design
    • Shader machen Oberflächen deutlich lebendiger
    • Generative Plugins ohne Programmierung
    • Figma Weave wird zur KI-Canvas
    • Der Figma Agent wird deutlich intelligenter
    • Wann sind die neuen Figma-Tools verfügbar?
    • Warum diese Config anders ist als die vergangenen Jahre

    Die große Botschaft der Config 2026

    Bereits zu Beginn der Keynote machte CEO Dylan Field deutlich, wohin die Reise geht.

    Die Diskussion „Design oder Code“ sei laut ihm die falsche Frage. Stattdessen versteht Figma Code künftig als weiteres Gestaltungsmaterial – genau wie Farben, Bilder, Typografie oder Vektoren.

    Passend dazu lautete das Motto der diesjährigen Config „Limitless expression on the canvas“. Die Canvas soll künftig nicht nur Layouts enthalten, sondern auch Code, Animationen, Shader, KI-Agenten und komplette Workflows.

    Damit verändert sich die Rolle von Figma grundlegend. Statt Designs lediglich an Entwickler zu übergeben, möchte das Unternehmen den gesamten Entstehungsprozess auf einer gemeinsamen Plattform vereinen.

    Code Layers: Code wird Teil der Designfläche

    Die vermutlich größte Neuerung der Config 2026 sind die neuen Code Layers.

    Mit nur einem Klick oder per Prompt lassen sich normale Design-Elemente in interaktive Code-Komponenten umwandeln. Genauso einfach können Designer anschließend wieder zur klassischen Designansicht wechseln.

    Besonders spannend ist dabei der Workflow: Änderungen im Design lassen sich direkt zurück in den Code übertragen, während bestehende Code-Projekte wieder auf die Canvas geholt werden können.

    Damit verschwimmt die Grenze zwischen Design und Entwicklung stärker als jemals zuvor.

    Gerade Teams, die bereits mit Design-Systemen arbeiten, dürften von diesem Ansatz profitieren.

    Figma Motion bringt Animationen direkt ins Design

    Figma Motion vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Animationen gehörten bislang häufig zu den letzten Schritten eines Projekts. Mit Figma Motion ändert sich das.

    Erstmals lassen sich Bewegungen direkt innerhalb von Figma erstellen. Über eine klassische Timeline mit Keyframes, Presets und Easing-Kurven können Animationen aufgebaut und anschließend direkt exportiert werden. Besonders interessant ist dabei die Verbindung zu Design-Systemen.

    Wird eine Komponente einmal animiert, übernimmt jede weitere Instanz dieselbe Bewegung automatisch. Entwickler können die Animation anschließend direkt als CSS, React oder JSON übernehmen. Dadurch wird Motion nicht nur zu einem Design-Werkzeug, sondern gleichzeitig Teil der Entwicklung.

    Die Oberfläche von Figma Motion vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Shader machen Oberflächen deutlich lebendiger

    Figma Shaders vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Eine weitere große Neuerung sind die neuen Shader Fills & Effects.

    Bisher waren Shader eher Spezialisten vorbehalten. Jetzt genügt eine Beschreibung oder ein Referenzbild und der integrierte Figma-Agent erstellt den gewünschten Effekt automatisch.

    Dadurch entstehen Materialien, Lichtverläufe oder dynamische Oberflächen direkt auf der Canvas.

    Besonders spannend: Die erzeugten Shader bleiben editierbar und können über Parameter jederzeit angepasst werden.

    Damit werden komplexe visuelle Effekte erstmals auch für Designer zugänglich, die bisher keinerlei Erfahrung mit Shader-Programmierung hatten.

    Generative Plugins ohne Programmierung

    Generative Plugins im Einsatz vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved
    Bilder sind im Kreis angeordnet
    © Figma, All Rights Reserved

    Auch Plugins sollen deutlich einfacher entstehen. Mit den neuen Generative Plugins beschreibt man lediglich, welches Werkzeug man benötigt. Anschließend erstellt Figma automatisch ein funktionierendes Plugin inklusive Reglern und Parametern.

    Lokale Entwicklungsumgebungen oder Kenntnisse der Plugin-API werden dafür nicht mehr benötigt. Damit dürfte die Anzahl individueller Werkzeuge innerhalb von Figma in Zukunft deutlich steigen.

    Figma Weave wird zur KI-Canvas

    Figma Weaver vorgestellt bei der Figma Config 2026
    © Figma, All Rights Reserved

    Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Übernahme des KI-Start-ups Weavy für Aufmerksamkeit. Auf der Config 2026 wurde nun erstmals gezeigt, wohin diese Entwicklung führt.

    Mit Figma Weave entsteht eine komplett neue Arbeitsfläche für generative Prozesse.

    Statt einzelne Prompts zu schreiben, lassen sich komplette KI-Workflows aufbauen. Mehrere Modelle können miteinander kombiniert, Ergebnisse verglichen und wiederverwendbare Prozesse erstellt werden.

    Der Fokus liegt also nicht mehr auf einem einzelnen KI-Ergebnis, sondern auf einem nachvollziehbaren kreativen Prozess.

    Der Figma Agent wird deutlich intelligenter

    Figma Agent vorgestellt bei der Figma Config 2026
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    Auch der bereits bekannte Figma Agent wurde umfangreich erweitert.

    Neu sind unter anderem Skills, mit denen sich wiederkehrende Arbeitsabläufe speichern lassen. Dazu kommen Connectors, über die der Agent auf Dienste wie GitHub, Slack, Notion oder Atlassian zugreifen kann.

    Zusätzlich können Dokumente, Briefings oder Recherchen direkt als Anhänge eingebunden werden.

    Damit entwickelt sich der Agent immer stärker zu einem persönlichen Projektassistenten, der den gesamten Designprozess versteht und begleitet.

    Wann sind die neuen Figma-Tools verfügbar?

    Nicht alle auf der Figma Config 2026 vorgestellten Funktionen können bereits von jedem genutzt werden. Während einige Neuerungen seit dem 24. Juni als Open Beta schrittweise ausgerollt werden, befinden sich andere noch in einer geschlossenen Testphase.

    – Bereits verfügbar (Open Beta) –

    Folgende Funktionen werden seit dem 24. Juni 2026 schrittweise für Nutzer freigeschaltet:

    • Figma Motion – als Open Beta auf allen Plänen verfügbar. Für das Veröffentlichen animierter Komponenten oder hochauflösende Exporte wird jedoch ein bezahlter Full Seat benötigt.
    • Shader Fills & Effects – die Erstellung eigener Shader ist für Nutzer mit einem Full Seat auf kostenpflichtigen Plänen verfügbar.
    • Generative Plugins – werden seit der Config schrittweise für Figma Design, Draw und Motion auf kostenpflichtigen Plänen freigeschaltet.
    • Figma Weave – rollt für Professional-, Organization- und Enterprise-Pläne mit Full Seat aus.
    • Der neue Figma Agent – steht ebenfalls als Open Beta für Professional-, Organization- und Enterprise-Kunden zur Verfügung und wird kontinuierlich erweitert.

    – Noch nicht allgemein verfügbar –

    Eine der spannendsten Neuerungen ist aktuell noch nicht frei zugänglich:

    • Code Layers befinden sich derzeit in einer Closed Beta. Der Early Access startet im Juli 2026 und erfolgt zunächst über eine Warteliste.

    – Weitere Funktionen folgen –

    Über dieselbe Warteliste können sich Interessierte außerdem für kommende Features anmelden. Dazu gehören unter anderem:

    • Code Layers
    • Native 3D-Transforms für Figma Design
    • Der Figma Agent für FigJam und Figma Slides

    Ein weiterer Vorteil während der Beta-Phase: Agent, Shader, Generative Plugins und Weave verbrauchen aktuell keine AI-Credits. Erst mit der allgemeinen Veröffentlichung soll das reguläre Credit-System von Figma greifen.

    Warum diese Config anders ist als die vergangenen Jahre

    In den vergangenen Jahren standen häufig einzelne Produkte im Mittelpunkt.

    2025 präsentierte Figma beispielsweise Figma Make, Figma Sites, Figma Buzz und Figma Draw.

    2026 verfolgt das Unternehmen dagegen einen deutlich größeren Ansatz.

    Nahezu alle neuen Funktionen greifen ineinander. Code Layers, Motion, Shader, Generative Plugins, Weave und der Agent bilden gemeinsam ein System, das Designer während des gesamten Projekts begleitet.

    Genau dadurch wirkt die Config 2026 weniger wie eine Sammlung einzelner Features und deutlich stärker wie die nächste Entwicklungsstufe der gesamten Plattform.

    Was die Config 2026 über die Zukunft von Figma verrät

    Besonders auffällig ist, dass Figma immer weniger zwischen Design und Entwicklung unterscheidet.

    Viele der neuen Funktionen richten sich gleichzeitig an Designer und Entwickler. Animationen liefern direkt den passenden Code, Komponenten lassen sich in beide Richtungen synchronisieren und KI unterstützt mittlerweile nahezu jeden Arbeitsschritt.

    Dadurch positioniert sich Figma zunehmend als zentrale Plattform für digitale Produktentwicklung.

    Gleichzeitig wächst der Wettbewerb. Mit Google Stitch, KI-Coding-Tools wie Cursor oder Replit und immer leistungsfähigeren Design-KIs entwickelt sich der Markt schneller denn je.

    Die Antwort von Figma ist dabei eindeutig: Statt weitere Einzelfunktionen zu entwickeln, soll künftig die gesamte Produktentwicklung auf einer gemeinsamen Canvas stattfinden.

    Wer die komplette Keynote noch einmal ansehen möchte, findet sie auf dem offiziellen Figma YouTube-Kanal. Einen Überblick über alle angekündigten Funktionen gibt außerdem die Config-2026-Seite von Figma.

    Alina

    Juni 25, 2026
    Wissenwertes
  • Human Centered Design: 6 wichtige Erfolgsfaktoren für Produkte

    Human Centered Design: 6 wichtige Erfolgsfaktoren für Produkte

    Warum scheitern manche Produkte, Websites oder Kampagnen, obwohl sie gut aussehen und technisch einwandfrei funktionieren? Oft liegt die Antwort darin, dass sie nicht konsequent für die Menschen entwickelt wurden, die sie nutzen sollen.


    Genau hier setzt Human Centered Design (HCD) an. Dieser Designansatz stellt den Menschen und seine Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt des gesamten Gestaltungsprozesses. Statt Entscheidungen allein auf Basis von Annahmen, Designvorlieben oder Unternehmenszielen zu treffen, orientiert sich Human Centered Design an den tatsächlichen Verhaltensweisen und Problemen der Nutzer:innen.

    Human Centered Design Prozess

    Human Centered Design – Definition und internationaler Standard

    Definition: Human Centered Design ist „ein Ansatz zur Gestaltung interaktiver Systeme, der darauf abzielt, Systeme gebrauchstauglich und nützlich zu machen. Dies geschieht durch die konsequente Ausrichtung an den Nutzenden, ihren Bedürfnissen und Anforderungen sowie durch die Anwendung von Erkenntnissen und Methoden aus den Bereichen Human Factors (Mensch-Maschine-Interaktion), Ergonomie und Usability. Der Ansatz erhöht die Effektivität und Effizienz von Systemen, verbessert das menschliche Wohlbefinden, die Nutzerzufriedenheit, die Barrierefreiheit und die Nachhaltigkeit. Gleichzeitig trägt er dazu bei, mögliche negative Auswirkungen der Nutzung auf Gesundheit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Menschen zu vermeiden.“ (DIN EN ISO 9241-210)

    Human Centered Design klingt zunächst nach einem sympathischen Buzzword aus der Kreativbranche. Tatsächlich steckt dahinter jedoch ein klar definierter und genormter Ansatz. Im Kern geht es darum, Produkte, seien es Services, Websites, Maschinen oder Kampagnen, nicht aus Unternehmenssicht zu entwickeln, sondern konsequent aus der Perspektive der Menschen, die sie später nutzen.

    Das heißt also, man versetzt sich einfach in die Perspektive der Nutzer:innen, richtig? Nicht ganz. Der Grundbaustein des Human Centered Design liegt darin, wirklich die Nutzer:innen samt Nutzungskontext und Nutzungsverhalten zu verstehen. Damit schließt man ihre Wünsche und Probleme ein. Sie sind hier die Expert:innen. Das liegt daran, dass sie das jeweilige Produkt über einen längeren Zeitraum nutzen und sich sehr gut mit den Eigenheiten und Problemen der Nutzungssituation auskennen. Genau aus diesem Grund werden Nutzer:innen sogar oftmals in den Designprozess eingebunden.

    Der Begriff „Human Centered Design“ (HCD) wird heute vor allem mit dem Kognitionswissenschaftler, Autor und UX-Pionier Donald Norman verbunden, der Ende der 80er Jahre den Ansatz maßgeblich geprägt und popularisiert hat. Die Wurzeln des Konzepts reichen jedoch weiter zurück. Bereits in den 1950er- und 1960er Jahren entstanden beispielsweise in Ingenieurwesen, Ergonomie, aber auch in der Psychologie Ideen, die den Menschen in den Mittelpunkt der Gestaltung stellten.

    Human Centered Design Prozess – Die Kernprinzipien nach der Internationalen Organisation für Normung (ISO 9241-210:2019)

    Human Centered Design ist kein starres Regelwerk, sondern ein strukturierter und gleichzeitig iterativer Prozess. Die internationale Norm ISO 9241-210 beschreibt zentrale Prinzipien und Aktivitäten, die dabei helfen, Produkte, Services und Systeme konsequent an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. In der Praxis lässt sich der Human-Centered-Design-Prozess in fünf aufeinander aufbauende Phasen unterteilen: Von der Analyse der Nutzerbedürfnisse bis zur kontinuierlichen Optimierung der entwickelten Lösung.

    1 ) Den Prozess planen: Bevor gestaltet wird, wird geplant. In dieser Phase werden Ziele, Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten und Methoden festgelegt. Wer ist beteiligt? Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Welche Daten, Interviews oder Tests brauchen wir? Was muss für die Interviews vorbereitet werden? Und woran erkennen wir später, ob die Lösung funktioniert?

    Diese Phase klingt zunächst wenig glamourös, ist nichtsdestotrotz entscheidend. Denn ohne klare Planung wird Human Centered Design schnell zu einem hübschen Workshop mit bunten Post-its, aber eine echte Wirkung lässt zu wünschen übrig.


      2 ) Nutzungskontext verstehen: Der Nutzungskontext umfasst die Menschen, für die gestaltet wird, ihr Verhalten sowie die Umgebung, in der sie ein Produkt, eine Website oder einen Service nutzen.

      Wer sind die Nutzer? Welche Aufgaben möchten sie erledigen? In welcher Situation, Umgebung oder Stimmung findet die Nutzung statt?

      Die ISO 9241-210 beschreibt diesen Schritt als das Verständnis von Nutzenden, Aufgaben und Nutzungskontext. Genau daraus entsteht die Grundlage für jede Gestaltungslösung. Denn gutes Design basiert nicht auf Annahmen, sondern auf einem tiefen Verständnis der tatsächlichen Nutzer:innen und ihrer Arbeitsumgebung. Erst wenn Bedürfnisse, Erwartungen, Routinen und mögliche Hürden bekannt sind, können Lösungen entwickelt werden, die im Alltag hilfreich und nutzbar sind.

        Methoden: Nutzerinterviews, Beobachtung / Shadowing, Kontextanalyse, Umfragen, Tagebuchstudien, Analyse bestehender Daten, Rollenspiel, Wettbewerbsanalyse


        3 ) Nutzungsanforderungen ableiten und definieren: Aus den Erkenntnissen werden konkrete Anforderungen abgeleitet. Das bedeutet: Die Bedürfnisse der Nutzer:innen werden in klare, überprüfbare Kriterien übersetzt.

        Beispiel für Nutzungsanforderungen: Statt allgemein zu sagen „Die Kaffeemaschine soll innovativ sein.“ → „Nutzende sollen ihren Kaffee zubereiten können, ohne vorher die Bedienungsanleitung lesen zu müssen.“

        Methoden: Personas, Empathy Maps, Customer Journey Mapping, Problem Statement, User Stories, Jobs-to-be-Done, Anforderungskatalog


        4 ) Human Centered Design Lösungen entwickeln: Bei der Entwicklung der Gestaltungslösungen ist es erforderlich, nach dem User Experience (UX) Prinzip zu arbeiten. Es reicht also nicht, dass eine Website technisch funktioniert oder ein Produkt formal seinen Zweck erfüllt. Sondern wie die Nutzenden das Produkt erleben. Ist es verständlich, angenehm, effizient und vielleicht sogar ein kleines bisschen erfreulich? Oder wird eine Funktion des Produkt vielleicht gar nicht wahrgenommen? Auch das kann positiv sein (Invisible Design). Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht darum geht, sofort die perfekte Lösung parat zu haben. Es geht darum, mögliche Lösungen sichtbar und diskutierbar zu machen, sodass früh Nutzertests durchgeführt werden können.

        Diese Phase ist der kreative Spielplatz des HCD-Prozesses. Aber eben kein Spielplatz ohne Regeln.

        Definition: User Experience (UX) ist die „Wahrnehmung und Reaktion einer Person, die aus der tatsächlichen oder erwarteten Nutzung eines Produkts, Systems oder einer Dienstleistung resultieren“ (DIN EN ISO 9241-210)

        Methoden: Ideation, Co-Creation Workshops, Wireframes, Scribbles, Informationsarchitektur, Prototyping, Content-Konzept


        5 ) Lösungen testen und evaluieren: Realitätscheck incoming. Die Entwürfe werden mit echten Nutzer:innen und relevanten Stakeholdern geprüft. Verstehen sie die Botschaft? Finden sie, was sie suchen? Vertrauen sie dem Angebot? Klicken sie dort, wo wir es erwarten?

        Stakeholder sind Personen oder Gruppen, die von einem Produkt oder einer Entscheidung betroffen sind oder darauf Einfluss haben.

        Auch die Usability wird hier gründlich getestet. Also die Gebrauchtauglichkeit (Usability) des Produkts. Die gewonnenen Erkenntnisse sind maßgeblich, um die Lösungen im weiteren Verlauf zu optimieren. Es geht also gar nicht darum, den ersten Entwurf zu behalten und von den Nutzer:innen bestätigen zu lassen. Die ISO betont auch, dass Gestaltung durch nutzerzentrierte Evaluation gesteuert und verbessert wird.

        Testen, lernen, anpassen, erneut testen ist hier das Motto.

        Methoden: Usability Testing, Prototypentests, Nutzerfeedback, A/B-Testing, Barrierefreiheitsprüfung, Heuristische Evaluation, Eye-Tracking


        6 ) Optimieren und iterieren: Wie bereits angemerkt, endet Human Centered Design nicht mit dem ersten oder gar dem zweiten Gestaltungsentwurf. Die gewonnenen Erkenntnisse aus Tests und Feedback müssen immer wieder ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage entsteht eine überarbeitete Lösung, die erneut getestet und evaluiert wird. Und so weiter. Dieser iterative Prozess wird so lange fortgeführt, bis die Gestaltung den Bedürfnissen der Nutzer:innen bestmöglich entspricht.


        Human Centered Design Beispiele

        Beispiel 1 // Push-Pull-Türen

        Standest du schon einmal vor so einer Tür und musstest du einen Moment innehalten, um zu überlegen? Jetzt drücken! Nein, doch ziehen. Oder andersrum? Bestimmt kam es bei der ein oder anderen Person für einen Augenblick zu Frust in jenem Moment. Man steht also vor dieser Tür, drückt, aber sie geht nicht auf. Dann zieht man leicht genervt, während hinter einem schon jemand wartet.

        Hier liegt ein klarer Designfehler vor. Denn wenn eine Tür eine große Griffstange hat, signalisiert sie: „Zieh mich.“ Eine gut gestaltete Tür erklärt sich im besten Fall selbst. Man sieht sie für einen Sekundenbruchteil an und weiß intuitiv, hier muss ich drücken oder ziehen. Und ganz wichtig: OHNE einen beschreibenden Text als Verständnisbrücke.

        Solche schlecht gestalteten Push-Pull-Türen folgen nicht den Prinzipien des Human Centered Design. Sie orientieren sich nicht am natürlichen Verhalten und den Erwartungen der Nutzer:innen. Hier entsteht Verwirrung und unnötige kognitive Belastung. Nutzer:innen müssen nachdenken und ausprobieren.

        Eine bessere Lösung wäre eine flache Druckplatte auf der Seite zum Drücken und ein klarer Griff auf der Seite zum Ziehen. Dann kommuniziert das Objekt seine Funktion ganz ohne Erklärung.

        Beispiel 2 // Herdplatten

        Auch Herdplatten zeigen sehr anschaulich, warum Human Centered Design im Alltag so wichtig ist. Auf den ersten Blick scheint ein Kochfeld simpel zu sein: vier Platten, vier Regler, fertig. Ein häufiges Problem ist aber die Anordnung der Herdplatten-Regler. Wenn die Regler in einer Reihe nebeneinanderstehen, aber die Herdplatten als Quadrat angeordnet sind, muss man auch hier einen Moment kurz überlegen. Welcher Regler gehört zu welcher Platte? Vorne links? Hinten rechts? Oder doch daneben? Dadurch steigt die kognitive Belastung der Nutzer:innen, da sie sich je nach Herdmodell immer wieder neu orientieren und die Zuordnung der Regler erst verstehen müssen.

        Diese Unsicherheit ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich werden. Wer versehentlich die falsche Herdplatte einschaltet, erhitzt vielleicht eine leere Platte oder stellt eine Pfanne auf eine kalte Fläche. Im besten Fall ist das ärgerlich. Im schlimmsten Fall ist es ein Sicherheitsrisiko.

        Human Centered Design würde hier fragen: Wie nutzen Menschen den Herd tatsächlich? Wie schnell muss die Zuordnung verstanden werden? Welche Fehler können passieren? Und wie lässt sich die Bedienung so gestalten, dass sie möglichst intuitiv ist?

        Eine nutzerfreundliche Lösung ist eine Regleranordnung, die die Position der Herdplatten abbildet. Die vier Bedienelemente sind also ebenfalls wie ein kleines Quadrat angeordnet. Oben links für die hintere linke Platte, unten rechts für die vordere rechte Platte. So entsteht eine direkte visuelle Verbindung zwischen Steuerung und Funktion.

        Noch klarer wird es durch kleine Symbole, Markierungen oder Lichtanzeigen, die zeigen, welche Platte gerade aktiv ist. Dadurch müssen Nutzer:innen nicht raten, sondern erkennen sofort, was passiert.

        –> Das Beispiel zeigt, wie Gestaltung Hinweise auf die richtige Produktnutzung geben kann. In der Designforschung spricht man dabei von Affordanzen. Sie beschreiben die Handlungsmöglichkeiten, die ein Objekt oder System seinen Nutzer:innen vermittelt oder nahelegt.

        3 Gründe, warum Human Centered Design wichtig ist

        1. Bessere Nutzererlebnisse: Psychologische Prinzipien helfen, Produkte so zu entwickeln, dass sie sich an den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Erwartungen der Nutzer:innen orientieren.
        2. Vermeidung von Frustration und Fehlentscheidungen: Gute Usability reduziert Fehler, Überforderung und Abbrüche und steigert damit die Zufriedenheit der Nutzer:innen.
        3. Vertrauen und Produktbindung: Wenn Nutzer:innen merken, dass ein Unternehmen ihre Bedürfnisse ernst nimmt, wirkt die Marke glaubwürdiger.

        Wer Menschen erreichen will, muss bei Menschen anfangen

        Human Centered Design sorgt insgesamt für bessere Kundenerlebnisse, klarere Kommunikation und im Umkehrschluss für eine stärkere Markenbindung. Unternehmen verstehen ihre Zielgruppen genauer und vermeiden teure Fehlentscheidungen. Im Bereich des Marketings entstehen außerdem Angebote und Kampagnen, die sich weniger nach Werbung anfühlen und mehr nach echter Hilfe.

        Das ist ein enormer Vorteil in einer Welt, in der Menschen täglich mit Botschaften bombardiert werden.

        Willst du mehr zum Thema Designpsychologie und User Experience erfahren? Hier geht’s lang –>

        Ähnliche Begriffe: User-Centered-Design, User-Experience Design, Design Thinking, Usability, Design Psychology, Human-Computer-Interaction, AI Centered Design, Interaction Design

        Jenny Vieira

        Juni 4, 2026
        Design verstehen, Wissenwertes
        Design, website
      1. Design Nudging – Design trifft heimlich deine Entscheidungen 2026

        Design Nudging  – Design trifft heimlich deine Entscheidungen 2026

        Was ist Design Nudging

        Der Begriff Nudge (zu Deutsch „Anstupser“) geht auf die Verhaltensökonomen Richard Thaler und Cass Sunstein zurück. Ein Nudge ist ein bewusst gewähltes Element einer Entscheidungsarchitektur, das Verhalten in vorhersehbarer Weise beeinflusst, ohne Verbote auszusprechen oder Anreize zu setzen. Menschen treffen die meisten Entscheidungen intuitiv und mit minimalem kognitivem Aufwand. Genau diese Intuition lässt sich durch Design Nudging lenken. Und wer die Umgebung gestaltet, kann Einfluss auf die Entscheidung nehmen.

        Design entscheidet

        Design Nudging reale Beispiele

        Ein E-Commerce-Shop hebt das mittlere Preispaket farblich hervor und markiert es als „Beliebteste Wahl“. Das Design gibt keine Empfehlung im klassischen Sinne – es schafft aber einen visuellen Anker, der die Entscheidung der Mehrheit in diese Richtung lenkt.

        Design Nudging Beispiel Preisanker

        Das klassischste Beispiel aus dem analogen Raum: Die Fliege im Urinal. Am Flughafen Schiphol in Amsterdam wurde in den 1990er Jahren eine kleine, realistisch wirkende Fliege nahe am Abfluss eingraviert. Der Effekt war verblüffend einfach. Männer zielten darauf. Die Verschmutzung rund um das Urinal sank um etwa 80 Prozent. Kein Appell und auch keine Vorschrift, nur ein winziger visueller Impuls an genau der richtigen Stelle.

        Design Nudging Beispiel Fliege im Urinal

        Amazons Prime-Kündigung wurde zum Lehrbuchbeispiel für Dark Patterns. Der Beitritt war kinderleicht: ein Klick, manchmal fast aus Versehen im Checkout. Die Kündigung dagegen führte durch einen verschachtelten, mehrseitigen Prozess. Intern nannte man den Prozess „Iliad“ – so wie Homers endloses Epos. Wer kündigen wollte, musste sich durch Hinweise und Umwege kämpfen. 2021 reichten Verbraucherschützer in Norwegen und der EU formelle Beschwerden ein. Erst unter regulatorischem Druck machte Amazon die Kündigung in Europa deutlich einfacher.

        Design Nudging Mechanismen

        Design arbeitet mit wiederkehrenden Nudging-Mechanismen. Dazu gehören:

        • Der Ankereffekt, bei dem eine zuerst gezeigte Zahl unsere Einschätzung prägt.
        • Der Default-Effekt, bei dem vorausgewählte Optionen besonders häufig übernommen werden.
        • Die soziale Norm, die zeigt, was andere tun und dadurch Orientierung gibt.
        • Die visuelle Hierarchie, die bestimmte Informationen größer, farbiger oder prominenter erscheinen lässt.
        • Der Decoy-Effekt, bei dem eine dritte, scheinbar unattraktive Option eine andere Wahl attraktiver macht.
        • Und Framing, also die Art, wie eine Entscheidung sprachlich oder visuell gerahmt wird.

        Diese Mechanismen sind nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist jedoch, wie und mit welchen Absichten sie eingesetzt werden.

        Im Ethical Nudging helfen sie Nutzerinnen und Nutzern, bessere oder bewusstere Entscheidungen zu treffen. Eine „Beliebteste Wahl“ kann Orientierung geben, wenn sie auf echten Nutzerdaten basiert. Eine Erinnerung wie „Du hast noch 3 Artikel im Warenkorb“ kann hilfreich sein, wenn sie transparent bleibt. Auch eine Fortschrittsanzeige im Checkout kann Nutzer:innen unterstützen, weil sie zeigt, wo sie sich im Prozess befinden und wie viel noch vor ihnen liegt.

        Zum Dark Pattern wird derselbe Mechanismus, wenn er gegen die Interessen der Nutzer:innen arbeitet. Etwa wenn der „Ablehnen“-Button vergraut, klein und schwer zu finden ist. Wenn eine Kündigung über sechs Klick-Ebenen verschachtelt wird. Wenn bei einer kostenpflichtigen Zusatzoption bereits ein Häkchen vorausgefüllt ist. Wenn ein Cookie-Banner „Alles akzeptieren“ groß und farbig zeigt, während „Ablehnen“ versteckt wird.

        Der Unterschied liegt selten im Werkzeug selbst. Er liegt in der Absicht, der Transparenz und wie fair mit der Gestaltung gearbeitet wird.

        Ethical-Nudging Beispiele

        • Opt-out-Standard für Newsletter, der klar sichtbar ist
        • „Beliebteste Wahl“ basierend auf echten Nutzerdaten
        • Erinnerung: „Du hast noch 3 Artikel im Warenkorb“
        • Fortschrittsanzeige im Checkout zur Orientierung

        Dark-Pattern Beispiele

        • „Ablehnen“-Button vergraut, klein und schwer zu finden
        •  Kündigung über 6 Klick-Ebenen verschachtelt
        •  Vorausgefülltes Häkchen bei kostenpflichtiger Zusatzoption
        •  Cookie-Banner: „Alles akzeptieren“ groß & farbig, „Ablehnen“ versteckt
        •  Countdowns für Angebote, die sich täglich neu setzen

        Design ist nie neutral. Design lenkt Entscheidungen.

        Hier liegt das eigentliche Dilemma, denn Die Werkzeuge sind dieselben. Der Default-Effekt funktioniert, egal ob du ihn nutzt, um Menschen zur Organspende zu bewegen oder um sie in ein Abo zu locken. Der Ankereffekt zieht, egal ob der ursprüngliche Preis echt war oder nicht. Das gleiche gilt für die visuelle Hierarchie, diese lenkt die Nutzenden unabhängig von den Absichten. Verzichtet man nun auf eine Visuelle Hierarchie, wäre so gut wie jeder Nutzende frustriert über das Produkt. Man kann also kaum ein neutrales Design bereitstellen.

        Was entscheidet, ob ein Nudge ethisch ist?

        Thaler und Sunstein haben dafür einen klaren Test formuliert: Ein Nudge ist legitim, wenn er das Verhalten der Mehrheit in eine Richtung lenkt, die gut für sie ist und wenn er jederzeit transparent gemacht werden kann, ohne seine Wirkung zu verlieren.

        Man kann ganz einfach einen Transparenz-Test durchführen: Wenn du deinen Nutzer:innen erklären könntest, wie dein Design ihre Entscheidung beeinflusst, und sie würden es als fair empfinden – dann ist es ethisches Design Nudging. Wenn du das Gespräch fürchtest ist vermutlich ein Dark Pattern.

        Für Designer und Unternehmer bedeutet das, dass jede Gestaltungsentscheidung eine Nutzerlenkung ist. Welche Option ist vorausgewählt? Was erscheint groß, was klein? Was kommt zuerst? Diese Fragen sind keine ästhetischen Fragen, vielmehr sind sie strategischer und ethischer Natur.

        Gutes vs. schlechtes Design Nudging

        Gutes Design Nudging stellt sich Fragen wie: Wohin wollen unsere Nutzer:innen – und wie können wir ihnen dorthin helfen? Schlechtes Design Nudging fragt: Was wollen wir – und wie bringen wir Nutzer:innen dazu, es zu tun?

        Der Unterschied klingt subtil. In der Praxis ist er der Unterschied zwischen einer treuen Kundschaft – und einer, die sich manipuliert fühlt, sobald sie es merkt.

        Design ist nie neutral. Die Frage ist nur, für wen sie arbeitet. Dank einer eindeutigeren Rechtslage werden Dark Patterns weltweit reguliert. Die EU hat im Digital Services Act irreführende Interfaces explizit verboten. Die FTC in den USA verhängte 2022 Strafen gegen Unternehmen wegen täuschender Interfaces. Design ist längst kein rechtsfreier Raum mehr.

        Hier findest Du mehr Informationen zu Dark Patterns

        -> Wir bei Hasegold helfen dabei, klare und konsistente Markenauftritte zu entwickeln – von der strategischen Grundlage bis zum fertigen Designsystem! Kontaktieren Sie uns gerne.

        Jenny Vieira

        Mai 27, 2026
        Design verstehen, Wissenwertes
        Design, Designer
      2. 2026 Logo erstellen mit KI ist einfach – Warum der Schein trügt

        2026 Logo erstellen mit KI ist einfach – Warum der Schein trügt

        Ein Logo erstellen mit KI? Klingt nach der perfekten Abkürzung: schnell, günstig, vollautomatisch und ohne großes Designwissen. Perfekt! Oder etwa doch nicht?

        Es scheint so, also könne man mit diversen Plattformen und auch mit ChatGPT „in wenigen Minuten“ das perfekte Logo für die eigene Marke erstellen. Doch die Realität ist, wenig überraschend, deutlich komplexer.

        Logo erstellen mit KI - Das solltest du wissen

        Die Tools sind zweifellos leistungsfähig. Manche Systeme bieten nur eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten, bei denen man beispielsweise lediglich Farben anpassen kann. Andere lassen nahezu jede Form der Gestaltung zu. Aber ist das wirklich ein Vorteil?

        Wer sich nicht mit Designprinzipien und grundlegenden Gestaltregeln auskennt, steht schnell vor einer Vielzahl an Optionen – und vor einem Logo, das am Ende mehr Fragen als Antworten hinterlässt. 

        Bei zu vielen angebotenen Gestaltmöglichkeiten besteht die Gefahr, sich zu stark vom eigenen Geschmack leiten zu lassen. Der persönliche Geschmack spiegelt jedoch nicht immer das wider, was die Zielgruppe wirklich ansprechend findet.


        Wie Designer*innen ein professionelles Logo erstellen

        Kurz gesagt: Professionelles Logodesign folgt einem klaren Prozess mit zwei groben Hauptphasen:

        Phase 1 – Recherche & Analyse. In dieser Phase wird die Vorarbeit geleistet. Es geht darum, ein Verständnis für den Kunden, die Branche und die Zielgruppe zu entwickeln. Es wird also viel recherchiert, analysiert und evaluiert.

        • Marktanalyse & Wettbewerbsvergleich
        • Zielgruppenverständnis
        • Markenwerte & Positionierung
        • Technische Anforderungen (Skalierung, Medien, Anwendungen)
        • Ableitung der logischen Formensprache

        Phase 2 – Kreative Arbeit. Die Ergebnisse aus Phase 1 bilden jetzt den Grundpfeiler für das weitere Vorgehen und das endgültige Logo. Selten schafft es die erste Logo-Idee zum finalen Logo. Es werden viele kreative Schleifen durchlaufen, bevor das finale Logo steht.

        • Skizzen & Varianten
        • Brainstorming
        • Finalisierung
        • Test & Evaluation
        • Reinzeichnung & Guidelines
        Logo erstellen - Phasen

        Logo erstellen mit KI – Wie arbeitet die Künstliche Intelligenz?

        Wir haben es getestet: Der Ablauf ähnelt sich bei fast allen Tools. Man erhält eine Abfrage zu Markennamen, Branche, Stil, Markenpersönlichkeit, Farben und Symbolwünschen. Danach können bevorzugte generierte Entwürfe ausgewählt werden und teilweise ist es möglich, an diesen Änderungen vorzunehmen. Alternativ können Logos über Prompts generiert werden – etwa mit ChatGPT oder Midjourney.

        Dabei wirkt der Prozess sehr einfach. Aber tatsächlich ist es zeitintensiv und tückisch. Vor allem ohne das nötige Fachwissen kann es auch schnell überfordernd und frustrierend sein.


        Logo mit KI – Überforderung statt Klarheit

        Zwar wirken KI-Tools auf den ersten Blick so, als könnten sie von jeder Person mühelos bedient werden. Indirekt setzen sie jedoch bestimmte Fähigkeiten voraus. Um die KI überhaupt ein geeignetes Logo erstellen zu lassen, muss man wissen, wie ein Logo aufgebaut sein sollte. Wie sonst kann man bewerten, ob das, was generiert wurde, optimal ist? Viele neigen dazu, nach ihrem persönlichen Geschmack zu entscheiden, ob ein Logo für die jeweilige Marke „gut aussieht“. Aber das ist ein Trugschluss, denn mit dem Logo sollen ganz andere Ziele erreicht werden als den eigenen Geschmack zu erfüllen. Es geht um die Botschaft, die die Marke mit dem Logo vermitteln sollte.

        Wer schon einmal einen Logo-Generator ausprobiert hat, weiß, dass die KI eine Reihe von Fragen stellt, auf deren Grundlage das Logo generiert wird. In den meisten Fällen wird auch nach der eigenen Markenbotschaft gefragt. Doch viele Unternehmen wissen gar nicht, welche Botschaft sie konkret vermitteln möchten. Hier beginnt das erste Problem. Und genau aus diesem Grund ist es ratsam, einen Workshop mit professionellen Marken- oder Designexpert*innen durchzuführen, um diese Grundlagen gemeinsam zu erarbeiten.


        Hinzu kommt, dass bei all den Abfragen ein elementarer Punkt ausgeklammert wird: nämlich die Zielgruppe. Nicht umsonst nehmen sich Designer*innen viel Zeit, um die Zielgruppe zu verstehen und die Marke aus ihrer Perspektive wahrzunehmen.

        Auch grundlegende Prinzipien der Logogestaltung, so etwa das Prinzip der Lesbarkeit, der Komposition und der Reproduzierbarkeit eines Logos, sind zu beachten. Aspekte, die man nicht unbedingt im Blick hat, wenn man nicht geschult ist.
        Logos sollten zudem immer individuell, schnell erkennbar und vielseitig einsetzbar sein. Nutzer werden in diesem Sinne von den Generatoren im Unwissen gelassen.

        Ein Logo ist kein hübsches Bild

        Auffällig ist auch, dass Nutzer*innen unbedacht die Möglichkeit geboten bekommen feine, realistische und detaillierte illustrative Logostile auszuwählen, obwohl diese gegen grundlegende Logoprinzipien verstoßen und eine deutlich schlechtere Reproduzierbarkeit und Lesbarkeit haben. Denkt man an Logos führender Marken, dann haben sie eines gemeinsam: Sie sind reduziert, klar und vollflächig (nicht illustrativ).
        Ein Logo sollte simpel, zeitlos, einprägsam und universell einsetzbar sein und nicht ein kleines Kunstwerk voller Details.

        Einfachheit ist dabei ein Schlüsselfaktor. Und wie es bekanntlich oft der Fall ist: Was einfach aussieht, ist selten einfach gemacht.

        Ein Logo spiegelt die Markenpersönlichkeit wider

        Ein Logo ist ein kommunikatives Werkzeug, das Vertrauen bei der Zielgruppe erzeugen und die Markenpersönlichkeit widerspiegeln soll. Eine KI versteht das nicht; sie berechnet – vereinfacht gesagt – nur, was grafisch wahrscheinlich ist. Das führt häufig zu schönen, aber vor allem bedeutungslosen und austauschbaren Logos, die beliebig wirken. KI-Logo-Generatoren variieren häufig nur Farbe, Komposition und Symbolanordnung. Es handelt sich um Wiederholungen bekannter Muster aus großen Trainingsdaten.
        Sie erschaffen kaum neue Formideen.

        Nehmen wir an, zwei Unternehmen aus derselben Branche haben ihre Logos mit KI generieren lassen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass beide Unternehmen ähnliche Logos haben und sich kaum voneinander, also von ihrer Konkurrenz, abheben. Es fehlt an wichtigem Wiedererkennungswert und echter hervorstechender Originalität. Für Unternehmen, die Wert auf Markenidentität legen, ist das ein Problem. Ein schlechter Start, um Vertrauen oder eine Beziehung mit der Zielgruppe aufzubauen.

        KIs sind durch ihre Abhängigkeit von Prompts und ihre Unfähigkeit, menschliche Kreativität (Fantasie, Gefühle, Empfindungen, Emotionen) zu reproduzieren, stark limitiert. Dies führt zu Designs, die nicht die kreative Tiefe erzeugen können, die nötig ist, um Menschen auf einer emotionalen Ebene zu erreichen – einem zentralen Aspekt visueller Kommunikation.

        All das wird mit den beliebten Logo-Generatoren nicht gewährleistet.

        Prompt Sensitivität: Empirische Studien mit KIs zeigen, dass diese sehr inkonsistent sind und sensibel auf kleinste Veränderungen im Prompting reagieren. So ist es beispielsweise zeitintensiv, mit ChatGPT oder einer ähnlichen KI ein Logo zu erstellen, das auch wirklich den gestalterischen Prinzipien entspricht.
        Viel zu oft müssen Prompts überarbeitet werden und gleichzeitig wartet man lange auf die generierte Datei. Es ist also ein Trial-and-Error-Prozess, der sich wahrscheinlich kaum lohnen wird. Denn irgendwann kommt es wieder zu dem Problem der Wiederholungen in den Trainingsdaten.

        Fazit

        Von KI generierte Logos neigen  dazu, zwar konsumierbar zu sein, mangeln dafür aber an Qualität. Um ein Logo wertvoll und hochwertig zu machen, ist es entscheidend, eine echte philosophische bzw. konzeptionelle Bedeutung zu entwickeln. Und das ist nur mit einem Experten oder einer Expertin möglich.

        Diese Studie hat gezeigt, dass KI durchaus Logos erstellen kann. KI-Tools sind leistungsstark, keine Frage. Sie beschleunigen kreative Prozesse. Doch ohne Markenstrategie, Designkompetenz und echte menschliche Kreativität bleibt ein KI-Logo ein austauschbares Produkt ohne Identität.

        Anhand der Ergebnisse wird also deutlich, dass die Rolle von Designer*innen für qualitative Logos weiterhin unverzichtbar ist.

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        Hier findest du weitere Informationen zum Thema Logo-Design.

        Jenny Vieira

        März 11, 2026
        Design verstehen, Wissenwertes
        Design, Hasegold, KI, Logo, Logo-Design
      3. Designtrends 2026: Was jetzt wichtig wird

        Designtrends 2026: Was jetzt wichtig wird

        Die kreative Branche ist schnell wandelbar und immer auf dem neuesten Stand: Zwischen neuer KI-Features der Adobe Creative Cloud, Wiederfindung alter Funktionen und Entwicklung neuer Trends gibt es jedoch vielversprechende Elemente, die wir als Designtrends 2026 mit in das neue Jahr nehmen.

        KI + Mensch = Design

        Künstliche Intelligenz ist schon längst zu einem Bestandteil der kreativen Branche geworden – zur Generierung von Bildern, Automatisierung von repetitive Aufgaben und zur Effizienz. Die Adobe Creative Cloud rüstet mithilfe von Künstlicher Intelligenz ihre Dienstleistungen auf und auch Affinity Studio rüstet nach: Das bringt uns nicht nur zu effizienterem Arbeiten, sondern auch zu neuen Ideen. Darum ist einer der nächsten Designtrends 2026 die Arbeit zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz. So sieht der Designtrend aus:

        • Künstliche Intelligenz übernimmt die wiederholenden Dinge: Texte korrigieren, Bilder generieren und die Checkliste
        • Designer*innen übernehmen das, wofür sie gedacht sind: Kreativität, emotionale Tiefe und authentisches Design

        Naive Design: Skizzen & Kritzelei

        Digitale Perfektion trifft auf handgezeichnete Elemente – ein klarer Gegenpol zur makellosen, minimalistischen Ästhetik, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zunehmend dominiert wird. „Naive Design“ setzt als einer der Designtrends 2026 bewusst auf Ehrlichkeit, Spielfreude und Menschlichkeit und bringt so eine neue, frische Dynamik in die Gestaltung.

        • Kindliche, einfache Illustrationen mit flachen Farben
        • Unregelmäßigen Formen und „wackeligen“ Linien, die wie spontane Kinderzeichnungen aussehen
        • Imperfekte Typografie: handgeschriebene oder schief wirkende Schriften, Off-Grid-Kompositionen
        • Das bewusste Brechen von Gestaltungsregeln – so wirkt es neu, menschlich und imperfekt
        Designtrends 2026: Skizzen und Kritzeleien verleihen Marken an mehr Persönlichkeit

        Neon-Shock: Knallige Farben & Kontraste

        Bei der Brand Identity wird immer mehr auf Mut und Identität gesetzt: Sie strahlt Energie, Vitalität und Optimismus aus. Viele Marken greifen zu Schwarz und Weiß, um Seriosität und Eleganz auszustrahlen. Wer aus der Masse herausstechen und gesehen werden möchte, greift deswegen als einer der Designtrends 2026 zu knalligen Farben:

        • Akzente auf Kontrast: Neon-Töne wie elektrisches Grün, stechendes Gelb, leuchtendes Pink oder feuriges Orange als Highlights (z. B. Schatten, Buttons, Linien)
        • Kombination mit Effekten: Paaren mit Bewegungsunschärfe, urbanen Texturen oder Verläufen (Thermal Glow) für futuristische Tiefe, z. B. elektrisches Rot auf Schwarz in Gaming- oder Event-Designs.

        Darüber hinaus gewinnen in den Designtrends 2026 Kombinationen mit besonderen Effekten an Bedeutung. Bewegungsunschärfe, urbane Texturen oder futuristische Verläufe wie Thermal Glow sorgen für räumliche Tiefe und Spannung. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von elektrischen Rottönen auf schwarzem Hintergrund, wie es im Gaming- oder Event-Design zunehmend zu sehen ist. Solche Elemente lassen Marken modern, energiegeladen und zukunftsorientiert erscheinen, ohne dabei ihre Seriosität zu verlieren.

        3D-Elemente

        3D-Elemente sehen wir schon seit Jahren auf Print und Screens. Für viele waren sie jedoch nicht so erreichbar, wie es zuvor war: Wo damals nur erfahrene Designer*innen durch Programme wie Blender, Cinema 4D und als Nachzügler auch Adobe Illustrator mühselig dreidimensionale Elemente erstellen konnten, wird jetzt die Künstliche Intelligenz dafür benutzt. Als einer der Designtrends 2026, kannst du ihn so für dich nutzen:

        • Website-Benutzer*innen möchten ein Erlebnis: Dreidimensionale Elemente ermöglichen genau das. Das Objekt anklicken, drehen und bewegen führt zu spannenden Interaktionen, die Benutzer*innen auf Websites halten.
        • Mixed Media Kombination: Verschmelze 3D mit 2D-Fotos, Illustrationen oder Texturen für Tiefe, z. B. 3D-Objekte über Fotos oder in Collagen.
        • Stilistische Merkmale: Organische, realistische Formen mit Körnung, Schatten und Materialien (z. B. Glas, Metall); vermeide Überladung durch subtile Integration.
        Designtrends 2026: 3D Elemente bleiben weiter vorn

        Hyper-Individualismus

        Hyper-Individualismus ist der Trend, der 2026 die Designwelt prägt: Er feiert radikale persönliche Ausdrucksformen und positioniert sich bewusst als Gegenbewegung zu KI-generierter Perfektion und uniformen Gestaltungen. Marken nutzen diesen Ansatz, um sich abzuheben, Persönlichkeit zu zeigen und kreative Freiheit zu demonstrieren.

        • Surreale Verzerrungen, psychedelische Formen und gemischte Texturen für persönliche Kreativität und Chaos.
        • Verzerrte Formen & psychedelische Elemente: Ungewöhnliche Proportionen und lebendige Muster, die Aufmerksamkeit erzeugen.
        • Unkonventionelle Kompositionen: Kreative Layouts, die bewusst Regeln brechen und überraschende Blickführungen erzeugen.
        • Abstrakte Gegenüberstellungen: Kontraste zwischen unvereinbaren Elementen für einen spannungsvollen Effekt.
        • Psychedelische Farbpaletten: Sanfte, auffällige Farben, die Surrealität und Individualität betonen.

        Affinity: Neue Ära echter kreativer Freiheit

        Mit dem neuen Erscheinungsbild von Affinity Studio eröffnet sich für Designerinnen eine spannende Perspektive: Die Software vermittelt nicht nur ein modernes, klares und intuitives Nutzungserlebnis, sondern signalisiert auch eine neue Form kreativer Freiheit. Besonders bemerkenswert ist, dass Affinity Studio kostenlos verfügbar ist, wodurch professionelle Gestaltungsmöglichkeiten einer breiten Nutzergruppe zugänglich werden – von Studierenden und Kreativen in kleinen Unternehmen bis hin zu Hobbydesigner*innen.
        Aus der aktuellen Entwicklung lässt sich ableiten, warum Affinity Studio potenziell selbst zu einem der Designtrends 2026 werden könnte:

        • Experimentelle Gestaltung: Die Kombination aus klassischen Designwerkzeugen, flexiblen Layouts und modernen Features erleichtert das Ausprobieren neuer Stilrichtungen.
        • Individuelle Kreativität: Nutzer*innen können persönliche Handschriften sichtbar machen, frei von festen Normen oder vorgefertigten Templates.
        • Barrierefreie Professionalisierung: Durch die kostenfreie Nutzung werden professionell wirkende Designs plötzlich für alle zugänglich – ein demokratischer Ansatz in der Kreativbranche.
        • Inspirierende Oberfläche: Das frische Erscheinungsbild motiviert, neue Gestaltungsideen zu entwickeln und kreative Risiken einzugehen.

        Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass Affinity Studio nicht nur ein Tool ist, sondern ein Symbol für eine neue Design-Ära: individuell, experimentell und frei. Ob sich diese Hypothese bestätigt, wird die Designwelt 2026 zeigen – doch die Grundlagen sind geschaffen, um echte kreative Freiheit zum zentralen Trend zu machen!

        Designtrends 2026: Affinity Studio von Canva als neue Konkurrenz für Adobe

        Die Designtrends 2026 setzen auf Kreativität

        Die Designtrends 2026 zeigen deutlich, dass Kreativität und Individualität im Mittelpunkt stehen. Ob knallige Farben, naive Illustrationen, hyper-individuelle Kompositionen, interaktive 3D-Elemente oder die Zusammenarbeit von Mensch und Künstlicher Intelligenz – alle Trends spiegeln den Wunsch wider, aus der Masse herauszustechen, emotionale Nähe zu erzeugen und digitale Erlebnisse neu zu denken!

        -> Wie wir Gestaltungen und Trends für uns nutzen? Findest du auf unserem Instagram!

        Alina

        Januar 14, 2026
        Wissenwertes
      4. Professionelle Website erstellen – In 5 einfachen Schritten

        Professionelle Website erstellen – In 5 einfachen Schritten

        Erinnerst du dich an die Zeit, als man einfach eine Website erstellen musste?
        Ein paar Bilder, etwas Text, ein Impressum und fertig. Diese Zeiten sind vorbei – heute gibt es vielfältige und kreative Möglickeiten wie man eine Website erstellen kann. Dabei sollte deine Website nicht nur gut aussehen, sondern auch etwas bewirken. Denn sie ist weit mehr als eine digitale Visitenkarte: Deine Website ist dein Verkäufer, dein Storyteller und dein Markenbotschafter.

        Warum du heute unbedingt eine Website erstellen solltest

        Eine starke Online-Präsenz entscheidet darüber, ob Kunden dir vertrauen und mit dir in Kontakt treten wollen. Wer heute eine Website erstellen lässt, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.

        Der erste Eindruck entsteht heutzutage fast immer digital. Indem du frühzeitig eine moderne Website erstellen lässt, sicherst du dir Sichtbarkeit und Vertrauen. Wer keine Website hat, ist für seine Zielgruppe praktisch unsichtbar. Wusstest du, dass Besucher sich in den ersten drei Sekunden einen ersten Eindruck deiner Website bilden? Der erste Eindruck zählt. Schon bei der ersten Suchmaschinen-Suche entscheidet sich wie deine Website und damit deine Marke wahrgenommen wird. Ist sie vertrauenswürdig? Wirkst sie hochwertig und professionell?


        Wer eine erfolgreiche Website erstellen möchte, sollte deshalb:

        • Klar kommunizieren, was angeboten wird
        • Visuell überzeugen
        • Technisch einwandfrei funktionieren – auf jedem Gerät


        Kurz gesagt: Design, Inhalt und Technik müssen passgenau aufeinander abgestimmt sein.



        Der Weg zur erfolgreichen Website

        Typische Fehler bei der Erstellung der Website:

        „Ich mach’s schnell mit einem Baukasten.“
        → Ergebnis: generisch, langsam, nicht erweiterbar

        „Wir schreiben die Texte irgendwann schnell selbst.“
        → Ergebnis: keine Conversion.

        „Design vor Inhalt.“
        → Ergebnis: hübsche Website, aber wirkungslos und frustrierend für den Benutzer.

        1. Markenanalyse & -strategie

        Hinter jeder erfolgreichen Website steckt ein klarer Plan

        Am Anfang steht das echte Verständnis deiner Marke. Bevor eine Zeile Code geschrieben oder ein Design entworfen wird, geht es darum, herauszufinden, wer du bist, wer deine Marke ist, wen du erreichen möchtest und warum.
        Was macht dein Angebot einzigartig? Welche Werte verkörperst du? Und welches Gefühl sollen Besucher haben, wenn sie deine Website verlassen?

        Auf Grundlage dieser Antworten entsteht die strategische Basis, mit der sich die Website erstellen lässt:
        Sie definiert Tonalität, Designrichtung, Inhalte und technische Anforderungen.
        Erst wenn klar ist, welche Geschichte deine Marke erzählen will, kann man eine Website erstellen, die diese Geschichte sichtbar, spürbar und überzeugend transportiert – von der Startseite bis zum letzten Klick.

        2. Domain registrieren

        Sobald also Strategie und Markenverständnis definiert sind, folgt der nächste Schritt: die Suche nach einer passenden Domain – sofern noch keine geeignete existiert.
        Die Domain ist im der Name deiner Website, etwa hasegold.de.

        3. Website designen und Erlebnisse gestalten

        Wenn du an eine gut gestaltete Website denkst – welche Kriterien kommen dir in den Sinn?
        Ein schlichtes, klares Design? Oder außergewöhnliche Details, die einen echten Wow-Effekt erzeugen?

        Im Grunde geht das Design einer erfolgreichen Website weit über die reine Optik hinaus.
        Es geht darum, ein intuitives Nutzererlebnis (User Experience – UX) zu schaffen, das nicht nur gut aussieht, sondern sich auch richtig anfühlt.

        Denn, wenn man ehrlich ist, ist es doch sehr frustrierend, wenn eine Website ewig lädt, unübersichtlich ist oder man einfach nicht findet, wonach man sucht. Kennst du dieses Gefühl?
        Ein gutes UX Design sorgt genau dafür, dass das nicht passiert – es führt den Besucher mühelos durch die Seite, vermittelt Orientierung und macht jede Interaktion zu einem positiven Erlebnis.

        Gut zu wissen: 9,3 % der Gesamtbevölkerung in Deutschland hat eine schwere Behinderung (7,9 Millionen Menschen). Deswegen sollte deine Website barrierefrei sein. Weitere Informationen findest du hier.
        Quelle: Statistisches Bundesamt

        4. Inhalte optimieren – für Menschen und Suchmaschinen (SEO)

        SEO steht für Search Engine Optimization – also Suchmaschinenoptimierung – und sorgt dafür, dass deine Website bei Google und anderen Suchmaschinen sichtbar wird.

        Warum das so wichtig ist?
        Ganz einfach: Je besser deine Seite in den Suchergebnissen platziert ist, desto mehr Menschen finden dich. Und mehr Sichtbarkeit bedeutet mehr potenzielle Kunden, die auf deiner Website landen.

        Der wichtigste Schritt für eine erfolgreiche SEO-Strategie besteht darin, herauszufinden, welche Begriffe (Keywords) deine Zielgruppe tatsächlich in die Suchmaschinen-Suchleiste eingibt, um nach Produkten oder Dienstleistungen wie deinen zu suchen. Auf Basis der Keyword-Recherche entstehen hochwertige Inhalte und Texte, die echten Mehrwert bieten – für deine Leser und für Suchmaschinen.
        Eines aber vorweg: Es bringt nichts, Texte nur zu schreiben, um möglichst viele Keywords unterzubringen. Suchmaschinen, wie beispielsweise Google, merken sofort, ob Inhalte nützlich sind oder nur für den Algorithmus geschrieben wurden.
        Deshalb steht immer der Nutzer im Mittelpunkt: Relevante, gut strukturierte und verständliche Inhalte, die Fragen beantworten und Vertrauen schaffen, sind der Schlüssel zu dauerhaft guten Rankings. Das schafft auch Vertrauen bei der Zielgruppe.

        5. Website Launch und Betreuung

        Sobald alle technischen, gestalterischen und rechtlichen Anforderung erfüllt sind, kann die Wensite endlich online gehen. Hurra!

        Die Arbeit ist damit aber nicht getan. Denn eine Website ist ein lebendiges Projekt, das mit deiner Marke wächst. Regelmäßige Updates, neue Inhalte und technische Pflege halten sie erfolgreich und sicher. Also nicht vergessen: Nach dem Launch ist die Arbeit nicht vorbei.


        Fazit – Eine Website erstellen, die für dich arbeitet

        Eine professionell erstellte Website ist nicht nur eine digitale Visitenkarte, sondern ein aktives Werkzeug zur Kundengewinnung. Sie stärkt Vertrauen, transportiert deine Marke und unterstützt deine Ziele nachhaltig.

        Eine gute Website sollte daher nicht nur optisch überzeugen – sondern funktional so gestaltet sein, dass sie für dich arbeitet.

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        Jenny Vieira

        November 14, 2025
        Wissenwertes
        Design, website, website design, website erstellen
      5. Farbpsychologie im Design: So beeinflussen 6 Farben deine Kunden und Kundinnen

        Farbpsychologie im Design: So beeinflussen  6 Farben deine Kunden und Kundinnen
        Farbpsychologie im Design: Wie Farben deine Kunden und Kundinnen beeinflussen

        Farben sprechen eine universelle Sprache – noch bevor wir ein Wort lesen oder hören, lösen sie Gefühle, Stimmungen und Assoziationen aus. In Marketing, Design und Kommunikation spielt Farbpsychologie daher eine entscheidende Rolle: Sie beeinflusst, wie wir Marken wahrnehmen, ob wir Vertrauen, Neugier oder Abstand empfinden. Wer versteht, wie Farben wirken, kann gezielt Emotionen ansprechen und Botschaften wirkungsvoller gestalten.

        Farbpsychologie und Markenidentität

        Allein aufgrund der Farbe wurde von Kunden und Kundinnen zu 50% zu einer bestimmten Marke gegriffen, zu 68% bestätigen Kunden und Kundinnen sich im Impulskauf von einer Verpackungsfarbe beeinflussen lassen zu haben. 16% der Kunden und Kundinnen sagen, dass die Farbe einer Marke ist, dass ihnen auffällt. Dadurch erzielen Farben die Auslösung bestimmter Emotionen und können die Botschaften von Marken verstärken. Durch die Farbe eines Produkts entscheidet ein Kunde, ob er dem Produkt oder einer Marke vertrauen möchte oder nicht – das macht die Farbe zu einem wichtigen Bestandteil der Markenidentität. Die anerkannte Psychologie hinter den Farben, beschreibt dabei diese Charakteristiken:

        • Gelb – optimistisch, fröhlich, verspielt und glücklich
        • Rot – leidenschaftlich, aufregend, energetisch und dringlich
        • Orange – frisch, jugendlich, kreativ und abenteuerlustig
        • Grün – natürlich, vital, prestigeträchtig und wohlhabend
        • Blau – kommunikativ, vertrauenswürdig, beruhigend und professionell
        • Violett – majestätisch, edel, spirituell und mysteriös
        • Braun – biologisch, bodenständig, schlicht und ehrlich
        • Rosa & Pink – romantisch, unschuldig, traditionell und auffordernd
        • Schwarz – kultiviert, formell, luxuriös und elegant
        • Weiß – schlicht, pur, klar und minimalistisch
        • Bunt – vielfältig, abwechslungsreich, aufgeschlossen und heiter

        Die Farbpsychologie bestimmt jedoch nicht nur, wie eine Marke auf Menschen wirkt. Sie führt auch dazu, dass die Marke oder ihre Funktion in Werbungen wiedererkannt wird – so wie beim klassischen Coca-Cola-Rot, das Orange von Fanta oder das Grün bei nachhaltigen Produkten. Außerdem werden Farben wichtig, wenn es um Inklusion geht: ein Logo mit wenigen Kontrastwerten führt dazu, dass Menschen mit Sehbeeinträchtigungen das Logo nicht mehr lesen und wiederkennen können. Die Farbkombinationen einer Farbe können zudem die gesamte Atmosphäre einer Marke wiedergeben.

        Mehr zu Barrierefreiheit im Design findest du hier.

        Farbpsychologie hinter Call-to-Action

        Die Farbpsychologie kann auch erfolgreich für Call-to-Action verwendet werden, denn jede Farbe kann gezielt eine Emotion hervorrufen und zu der Aktion einladen. Die falsche Farbe einer Call-to-Action hingegen kann sogar dazu führen, dass sie nicht geklickt wird – denn sie wirken unseriös. Wie eine Call-to-Action erfolgreich gestaltet werden kann:

        • Rot (erregt Aufmerksamkeit und Dringlichkeit): „Jetzt kaufen!“ für Aktionen, Rabatte, E-Commerce oder zeitlich begrenzte Angebote
        • Grün (erregt Ruhe und Vertrauen): „Jetzt anmelden“ für Finanzdienstleistungen, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Registrierungen
        • Blau (erregt Zuverlässigkeit und Sicherheit): „Mehr erfahren“ für B2B-Websites, Technologie, Bildung und Serviceleistungen
        • Orange (erregt Energie und eine Aufforderung): „Jetzt testen“ für Testphasen, Newsletter, Produktdemos oder Events

        Aktuelle Farbtrends 2025

        Die Farbtrends im Jahr 2025 zeigen insbesondere Beliebtheit in warmen Erdtönen und Naturfarben, als auch in ruhigen Blautönen und lebendigen Akzentfarben. Dadurch sind momentan besonders Farben in der Aufmerksamkeit, die Ruhe, Natürlichkeit, Harmonie und frische Akzente im Design hervorbringen.

        Der aktuelle Trend der Stimmung von Verbundenheit, Geborgenheit und Harmonie spiegelt sich auch im diesjährigen „Pantone Color of the Year 2025“ – denn gewonnen hat die Farbe Mocha Mousse (PANTONE 17-1230). Mit der Farbe verbindet man nicht nur eine Emotion, sondern auch Lebensmittel wie Kakao, Schokolade und Kaffee. Ein echter Allrounder, für Genuss, Komfort und Zufriedenheit!

        Farbpsychologie: Mocha Mousse ist die Pantone-Farbe des Jahres 2025! Sie steht für Genuss, Komfort und Zufiedenheit.

        Farbpsychologie im Überblick

        Die Nutzung ausgewählter Farben beeinflusst den Auftritt einer Marke und ihre Botschaft, und gehört zu einen der ersten Elemente die potenziellen Kunden und Kundinnen auffallen: Ist die Marke modern oder traditionell? Setzt die Marke auf Nachhaltigkeit oder auf kurzfristige Trends? Befasst sich das Unternehmen mit Technik, oder mit Lebensmitteln? Farben dienen der emotionalen Verbindung zur Marke und ihrer Wiedererkennung im Alltag.

        Mit dem bewussten Einsatz von Farben schafft eine Marke also nicht nur eine ästhetische, sondern vor allem eine emotionale und nachhaltige Verbindung zu ihren Kunden – ein Schlüssel zum Erfolg in der heutigen wettbewerbsintensiven Geschäftswelt!

        -> Wir bei Hasegold helfen euch dabei, eine Marke mit Seele und Stimme zu entwickeln – von der Markenstrategie bis zur Marketingkampagne. Kontaktieren Sie uns gerne.

        Alina

        November 12, 2025
        Wissenwertes
      6. Adobe MAX 2025: So verändern neue Tools die Designarbeit

        Adobe MAX 2025: So verändern neue Tools die Designarbeit
        Adobe MAX 2025: Die neuen Funktionen

        Die Adobe MAX 2025 – die weltweit größte Konferenz für Kreativität – hat zahlreiche Verbesserungen und Updates in der Creative Cloud präsentiert. Die Künstliche Intelligenz sticht dabei in den Hauptfokus. Wie Künstliche Intelligenz in Zukunft zu einem neuen, effizientem Partner im Design wird, zeigen die neuen Funktionen.

        1. Brainstorming leicht gemacht – Mit Firefly Boards

        Die Sammlung von Ideen und Inspirationen mit einem Moodboard ist der erste wichtige Schritt zu einem großartigen Ergebnis. Firefly Boards verhilft mit Moodboards zu einem wichtigen Fundament: das Generieren von Moodboards allein oder in einer Gruppe wird zu einer Leichtigkeit. Du kannst deine ersten Inhalte hochladen und Firefly Boards generiert dir mit Künstlicher Intelligenz weitere Inhalte dazu – ganz nach deinem Stil und deinem Thema.

        2. Generatives Füllen mit Partnermodellen – in Photoshop

        Photoshop erhält neue Partner für die Nutzung Künstliche Intelligenz – ganz neu dabei sind die Modelle von Adobe Firefly, Gemini 2.5 Flash Image und FLUX.1 Kontext. Damit wird Generatives Füllen jetzt noch leistungsfähiger: Du kannst gezielt bestimmte Bereiche eines Bildes auswählen und Photoshop füllt diese Bereiche automatisch basierend auf den Stilen, Farben und Texturen der gewählten KI-Modelle aus. Das bedeutet, dass Objekte, Hintergründe oder Details nicht nur automatisch ergänzt werden, sondern auch nahtlos zur bestehenden Bildkomposition passen.

        3. Generatives Hochskalieren – in Photoshop

        Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als ein großartiges Bild zu haben, das sich wegen zu niedriger Auflösung kaum verwenden lässt. Mit Generatives Hochskalieren in Adobe Photoshop, jetzt unterstützt durch die KI-Modelle von Topaz Labs, lassen sich kleine, beschnittene oder anderweitig niedrig aufgelöste Bilder realistisch vergrößern und optimieren.

        4. Personen und Objekte nahtlos in neue Szenen einfügen – Harmonisieren in Photoshop

        Mit der neuen „Harmonize-Funktion“ in Photoshop lassen sich Personen, Objekte oder ganze Bildbereiche automatisch in neue Hintergründe einfügen, ohne dass das Ergebnis künstlich wirkt. Die KI passt Licht, Farbe, Kontrast und Tonwerte so an, dass das eingefügte Motiv harmonisch mit der Umgebung verschmilzt. Zusätzlich können Sie die Anpassungen verfeinern, um Lichtstimmung oder Farbgebung gezielt zu verändern. So bleibt die kreative Kontrolle stets bei dir, während die KI die aufwendigen Routineaufgaben übernimmt.

        Adobe MAX 2025: Die neue Harmonize-Funktion
        © Ausschnitt der neuen Funktionen, vorgestellt durch die Adobe MAX Konferenz 2025

        5. Motiv im Video mühelos freistellen – mit der neuen KI-Objektmaske in Premiere Beta

        Früher war das Freistellen von Motiven in Videos mühsam und zeitaufwendig – bei der Adobe MAX 2025 wurde dafür jetzt eine neue „KI-Objektmaske“ vorgestellt. Mit der neuen KI-Objektmaske kannst du nun in wenigen Schritten ein Motiv auswählen, und die KI trennt es automatisch vom Hintergrund – über alle Frames hinweg. So lassen sich Videos effizient bearbeiten und Motive problemlos in andere Szenen integrieren, sei es eine sonnige Landschaft, eine belebte Stadt oder jede andere kreative Umgebung.

        Einen Einblick auf die Adobe MAX 2025 bekommst du hier.

        6. Soundtrack in Sekunden erstellen – mit Adobe Firefly Beta

        Oft fehlt das Budget für eine professionelle Musikuntermalung, doch das ist kein Hindernis mehr. Mit der Funktion „Generate Soundtrack“ kannst du dein Video in Sekundenschnelle mit einer passenden musikalischen Begleitung versehen. Entweder beschreibst du, welche Art von Musik du möchtest, oder lade dein Video hoch, damit die KI passende Vorschläge liefert. Die erzeugte Musik passt in Länge, Stimmung und Dynamik perfekt zum Video und enthält Intro und Outro. Änderungen sind jederzeit möglich, ohne das Original zu verändern. Dank der universellen Lizenz kannst du deine Videos bedenkenlos auf allen Plattformen veröffentlichen!

        7. Mit KI als Partner direkt mit deinen Werkzeugen sprechen – Firefly Creative Production (in Arbeit)

        Die Adobe MAX 2025 bringt die nächste Generation kreativer Unterstützung: KI-Assistenten, die auf deine Wünsche reagieren, Aufgaben automatisch ausführen und Vorschläge liefern, um deine Projekte zu verbessern. In Express kannst du den Assistenten beispielsweise bitten, das Layout einer Anzeige anzupassen und passende Textänderungen vorzuschlagen. In Photoshop hilft er bei Bildbearbeitungen wie dem Aufhellen von Vordergründen oder dem Abdunkeln des Himmels – alle Anpassungen lassen sich nachträglich verändern. So behältst du stets die volle Kontrolle über deine Kreation, während Routineaufgaben automatisch erledigt werden. Für einen frühen Zugang kannst du dich für die Beta anmelden.

        Adobe MAX 2025: Der neue KI-Assistent
        © Ausschnitt der neuen Funktionen, vorgestellt durch die Adobe MAX Konferenz 2025

        8. Unterstütztes Aussortieren – in Lightroom Beta

        Digitalfotografie erlaubt es, viele Fotos zu schießen – doch die Suche nach den besten Aufnahmen ist oft zeitaufwendig. „Assisted Culling“ in Lightroom (Beta) analysiert deine Bilder nach Kriterien wie Schärfe, Blickrichtung oder offenen Augen und schlägt automatisch die besten Aufnahmen vor. Gleichzeitig behältst du die volle Kontrolle: Du kannst nachvollziehen, warum ein Bild nicht ausgewählt wurde, und es bei Bedarf wieder in deine Favoriten aufnehmen. So sparst du Zeit und konzentrieren sich auf das Wesentliche: großartige Fotos.

        9. Make your own model – in Firefly Custom Models (in Arbeit)

        Jeder Designer hat seinen eigenen, unverwechselbaren Stil. Mit Firefly Custom Models kannst du jetzt ein KI-Modell erstellen, das genau auf deine kreativen Vorlieben zugeschnitten ist. Lade dir einfach eine kleine Auswahl eigen erstellter Bilder hoch und Firefly erstellt ein exklusives Modell für dich. Dieses Modell erzeugt Inhalte in deinem Stil, sodass du weniger nachbearbeiten musst und deine kreative Arbeit effizienter wird. Interessierte können sich schon jetzt auf die Warteliste setzen, um die Funktion zu testen.

        Was es zusätzlich für eine neue Funktion für Social Media Beiträge auf Instagram gibt, findest du hier.

        Alina

        November 5, 2025
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