Figma Config 2026: Alle neuen Tools und Ankündigungen im Überblick

Jedes Jahr richtet sich der Blick der Designwelt auf die Figma Config. Was Apple für Hardware oder Google für KI ist, ist die Config für Designer, Product Teams und Entwickler. Neue Funktionen, Produktankündigungen und strategische Ausrichtungen geben meist schon heute vor, wie digitales Design morgen aussehen wird.

Auch die Figma Config 2026 hat diese Erwartungen erfüllt. Statt kleiner Verbesserungen standen diesmal grundlegende Veränderungen im Mittelpunkt. Figma entwickelt sich immer stärker von einem reinen Design-Tool zu einer Plattform, auf der Gestaltung, Entwicklung und künstliche Intelligenz nahtlos zusammenarbeiten.

Config 2026 von Figma: Was können uns für Funktionen erwarten?

Die große Botschaft der Config 2026

Bereits zu Beginn der Keynote machte CEO Dylan Field deutlich, wohin die Reise geht.

Die Diskussion „Design oder Code“ sei laut ihm die falsche Frage. Stattdessen versteht Figma Code künftig als weiteres Gestaltungsmaterial – genau wie Farben, Bilder, Typografie oder Vektoren.

Passend dazu lautete das Motto der diesjährigen Config „Limitless expression on the canvas“. Die Canvas soll künftig nicht nur Layouts enthalten, sondern auch Code, Animationen, Shader, KI-Agenten und komplette Workflows.

Damit verändert sich die Rolle von Figma grundlegend. Statt Designs lediglich an Entwickler zu übergeben, möchte das Unternehmen den gesamten Entstehungsprozess auf einer gemeinsamen Plattform vereinen.

Code Layers: Code wird Teil der Designfläche

Die vermutlich größte Neuerung der Config 2026 sind die neuen Code Layers.

Mit nur einem Klick oder per Prompt lassen sich normale Design-Elemente in interaktive Code-Komponenten umwandeln. Genauso einfach können Designer anschließend wieder zur klassischen Designansicht wechseln.

Besonders spannend ist dabei der Workflow: Änderungen im Design lassen sich direkt zurück in den Code übertragen, während bestehende Code-Projekte wieder auf die Canvas geholt werden können.

Damit verschwimmt die Grenze zwischen Design und Entwicklung stärker als jemals zuvor.

Gerade Teams, die bereits mit Design-Systemen arbeiten, dürften von diesem Ansatz profitieren.

Figma Motion bringt Animationen direkt ins Design

Figma Motion vorgestellt bei der Figma Config 2026
© Figma, All Rights Reserved

Animationen gehörten bislang häufig zu den letzten Schritten eines Projekts. Mit Figma Motion ändert sich das.

Erstmals lassen sich Bewegungen direkt innerhalb von Figma erstellen. Über eine klassische Timeline mit Keyframes, Presets und Easing-Kurven können Animationen aufgebaut und anschließend direkt exportiert werden. Besonders interessant ist dabei die Verbindung zu Design-Systemen.

Wird eine Komponente einmal animiert, übernimmt jede weitere Instanz dieselbe Bewegung automatisch. Entwickler können die Animation anschließend direkt als CSS, React oder JSON übernehmen. Dadurch wird Motion nicht nur zu einem Design-Werkzeug, sondern gleichzeitig Teil der Entwicklung.

Die Oberfläche von Figma Motion vorgestellt bei der Figma Config 2026
© Figma, All Rights Reserved

Shader machen Oberflächen deutlich lebendiger

Figma Shaders vorgestellt bei der Figma Config 2026
© Figma, All Rights Reserved

Eine weitere große Neuerung sind die neuen Shader Fills & Effects.

Bisher waren Shader eher Spezialisten vorbehalten. Jetzt genügt eine Beschreibung oder ein Referenzbild und der integrierte Figma-Agent erstellt den gewünschten Effekt automatisch.

Dadurch entstehen Materialien, Lichtverläufe oder dynamische Oberflächen direkt auf der Canvas.

Besonders spannend: Die erzeugten Shader bleiben editierbar und können über Parameter jederzeit angepasst werden.

Damit werden komplexe visuelle Effekte erstmals auch für Designer zugänglich, die bisher keinerlei Erfahrung mit Shader-Programmierung hatten.

Generative Plugins ohne Programmierung

Generative Plugins im Einsatz vorgestellt bei der Figma Config 2026
© Figma, All Rights Reserved
Bilder sind im Kreis angeordnet
© Figma, All Rights Reserved

Auch Plugins sollen deutlich einfacher entstehen. Mit den neuen Generative Plugins beschreibt man lediglich, welches Werkzeug man benötigt. Anschließend erstellt Figma automatisch ein funktionierendes Plugin inklusive Reglern und Parametern.

Lokale Entwicklungsumgebungen oder Kenntnisse der Plugin-API werden dafür nicht mehr benötigt. Damit dürfte die Anzahl individueller Werkzeuge innerhalb von Figma in Zukunft deutlich steigen.

Figma Weave wird zur KI-Canvas

Figma Weaver vorgestellt bei der Figma Config 2026
© Figma, All Rights Reserved

Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Übernahme des KI-Start-ups Weavy für Aufmerksamkeit. Auf der Config 2026 wurde nun erstmals gezeigt, wohin diese Entwicklung führt.

Mit Figma Weave entsteht eine komplett neue Arbeitsfläche für generative Prozesse.

Statt einzelne Prompts zu schreiben, lassen sich komplette KI-Workflows aufbauen. Mehrere Modelle können miteinander kombiniert, Ergebnisse verglichen und wiederverwendbare Prozesse erstellt werden.

Der Fokus liegt also nicht mehr auf einem einzelnen KI-Ergebnis, sondern auf einem nachvollziehbaren kreativen Prozess.

Der Figma Agent wird deutlich intelligenter

Figma Agent vorgestellt bei der Figma Config 2026
© Figma, All Rights Reserved

Auch der bereits bekannte Figma Agent wurde umfangreich erweitert.

Neu sind unter anderem Skills, mit denen sich wiederkehrende Arbeitsabläufe speichern lassen. Dazu kommen Connectors, über die der Agent auf Dienste wie GitHub, Slack, Notion oder Atlassian zugreifen kann.

Zusätzlich können Dokumente, Briefings oder Recherchen direkt als Anhänge eingebunden werden.

Damit entwickelt sich der Agent immer stärker zu einem persönlichen Projektassistenten, der den gesamten Designprozess versteht und begleitet.

Wann sind die neuen Figma-Tools verfügbar?

Nicht alle auf der Figma Config 2026 vorgestellten Funktionen können bereits von jedem genutzt werden. Während einige Neuerungen seit dem 24. Juni als Open Beta schrittweise ausgerollt werden, befinden sich andere noch in einer geschlossenen Testphase.

Bereits verfügbar (Open Beta)

Folgende Funktionen werden seit dem 24. Juni 2026 schrittweise für Nutzer freigeschaltet:

  • Figma Motion – als Open Beta auf allen Plänen verfügbar. Für das Veröffentlichen animierter Komponenten oder hochauflösende Exporte wird jedoch ein bezahlter Full Seat benötigt.
  • Shader Fills & Effects – die Erstellung eigener Shader ist für Nutzer mit einem Full Seat auf kostenpflichtigen Plänen verfügbar.
  • Generative Plugins – werden seit der Config schrittweise für Figma Design, Draw und Motion auf kostenpflichtigen Plänen freigeschaltet.
  • Figma Weave – rollt für Professional-, Organization- und Enterprise-Pläne mit Full Seat aus.
  • Der neue Figma Agent – steht ebenfalls als Open Beta für Professional-, Organization- und Enterprise-Kunden zur Verfügung und wird kontinuierlich erweitert.

– Noch nicht allgemein verfügbar –

Eine der spannendsten Neuerungen ist aktuell noch nicht frei zugänglich:

  • Code Layers befinden sich derzeit in einer Closed Beta. Der Early Access startet im Juli 2026 und erfolgt zunächst über eine Warteliste.

– Weitere Funktionen folgen –

Über dieselbe Warteliste können sich Interessierte außerdem für kommende Features anmelden. Dazu gehören unter anderem:

  • Code Layers
  • Native 3D-Transforms für Figma Design
  • Der Figma Agent für FigJam und Figma Slides

Ein weiterer Vorteil während der Beta-Phase: Agent, Shader, Generative Plugins und Weave verbrauchen aktuell keine AI-Credits. Erst mit der allgemeinen Veröffentlichung soll das reguläre Credit-System von Figma greifen.

Warum diese Config anders ist als die vergangenen Jahre

In den vergangenen Jahren standen häufig einzelne Produkte im Mittelpunkt.

2025 präsentierte Figma beispielsweise Figma Make, Figma Sites, Figma Buzz und Figma Draw.

2026 verfolgt das Unternehmen dagegen einen deutlich größeren Ansatz.

Nahezu alle neuen Funktionen greifen ineinander. Code Layers, Motion, Shader, Generative Plugins, Weave und der Agent bilden gemeinsam ein System, das Designer während des gesamten Projekts begleitet.

Genau dadurch wirkt die Config 2026 weniger wie eine Sammlung einzelner Features und deutlich stärker wie die nächste Entwicklungsstufe der gesamten Plattform.

Was die Config 2026 über die Zukunft von Figma verrät

Besonders auffällig ist, dass Figma immer weniger zwischen Design und Entwicklung unterscheidet.

Viele der neuen Funktionen richten sich gleichzeitig an Designer und Entwickler. Animationen liefern direkt den passenden Code, Komponenten lassen sich in beide Richtungen synchronisieren und KI unterstützt mittlerweile nahezu jeden Arbeitsschritt.

Dadurch positioniert sich Figma zunehmend als zentrale Plattform für digitale Produktentwicklung.

Gleichzeitig wächst der Wettbewerb. Mit Google Stitch, KI-Coding-Tools wie Cursor oder Replit und immer leistungsfähigeren Design-KIs entwickelt sich der Markt schneller denn je.

Die Antwort von Figma ist dabei eindeutig: Statt weitere Einzelfunktionen zu entwickeln, soll künftig die gesamte Produktentwicklung auf einer gemeinsamen Canvas stattfinden.

Wer die komplette Keynote noch einmal ansehen möchte, findet sie auf dem offiziellen Figma YouTube-Kanal. Einen Überblick über alle angekündigten Funktionen gibt außerdem die Config-2026-Seite von Figma.