Wer an Wimbledon denkt, denkt meist sofort an Rasenplätze, weiße Kleidung und britische Tradition. Doch auch das Wimbledon-Logo gehört längst zu den bekanntesten Symbolen des internationalen Sports. Während viele Vereine und Sportveranstaltungen ihre Markenauftritte regelmäßig modernisieren, verfolgt Wimbledon seit Jahrzehnten einen anderen Ansatz: Beständigkeit.
Genau das macht die Geschichte des Logos so interessant.

Ein Logo, das fast so alt ist wie das Turnier selbst
Die Wimbledon Championships gelten als das älteste Tennisturnier der Welt. Bereits 1877 wurde das Turnier erstmals ausgetragen – ursprünglich mit dem Ziel, Geld für eine neue Gartenwalze des All England Clubs zu sammeln.
Was damals als vergleichsweise kleines Sportereignis begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem der prestigeträchtigsten Wettbewerbe überhaupt. Mit diesem Anspruch entstand auch eine visuelle Identität, die bis heute nahezu unverändert geblieben ist.
Schon das erste Wimbledon-Logo zeigte die Elemente, die bis heute das Erscheinungsbild prägen: zwei gekreuzte Tennisschläger, Tennisbälle und ein kreisförmiges Emblem, das den offiziellen Charakter des Turniers unterstreichen sollte.

Die Farben, die Wimbledon unverwechselbar machen
Mindestens genauso bekannt wie die gekreuzten Schläger sind die Farben von Wimbledon.
Das markante Dunkelgrün und Lila begleiten das Turnier mittlerweile seit über einem Jahrhundert. Interessanterweise entstand diese Farbkombination ursprünglich nicht aus einer ausgeklügelten Markenstrategie.
1909 stellte der All England Club fest, dass die damaligen Vereinsfarben den Farben der Royal Marines zu ähnlich waren. Deshalb entschied man sich für eine neue Kombination – und schuf damit unbeabsichtigt eines der bekanntesten Farbkonzepte im Weltsport.
Heute transportieren die Farben genau das, wofür Wimbledon steht: Tradition, Würde und sportliche Eleganz.
- Lila symbolisiert Tradition, Exklusivität und Prestige.
- Grün steht für Natur, Rasen und sportliche Balance.
Gemeinsam erzeugen sie eine visuelle Identität, die weltweit sofort erkannt wird.
Warum das Wimbledon-Logo kaum verändert wurde
Viele große Sportmarken haben ihre Logos in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach überarbeitet. Wimbledon ging bewusst einen anderen Weg.
Das Grundprinzip blieb nahezu unverändert:
- gekreuzte Tennisschläger
- kreisförmiges Emblem
- grün-lila Farbwelt
- klare Typografie
Natürlich gab es kleinere Anpassungen bei Farben, Schrift und Proportionen. Die zentrale Symbolik wurde jedoch nie infrage gestellt.
Der Grund dafür ist einfach: Wimbledon verkauft keine Modernität, sondern Tradition.
Während andere Turniere versuchen, jedes Jahr neue visuelle Impulse zu setzen, lebt Wimbledon von Kontinuität. Das Logo ist dabei ein wichtiger Teil dieses Markenversprechens.
Das „W“-Experiment, das bis heute geblieben ist
Anfang der 1980er Jahre wagte Wimbledon einen ungewöhnlichen Schritt. Es entstand ein stark vereinfachtes Zeichen auf Basis eines stilisierten „W“. Ziel war es, eine modernere und flexiblere Markenkennung zu schaffen, die auch außerhalb des klassischen Turnierlogos funktionieren konnte.
Das reduzierte Symbol wurde zunächst experimentell eingesetzt und teilweise sogar als eigenständige Markenlösung getestet. Gleichzeitig zeigte sich jedoch schnell, wie eng Wimbledon mit seinem traditionellen Emblem aus gekreuzten Tennisschlägern verbunden war.
Anstatt das historische Logo vollständig zu ersetzen, entschied man sich schließlich für einen anderen Weg: Das klassische Turnierlogo blieb das zentrale Markenzeichen, während das stilisierte „W“ als Secondary Logo weitergeführt wurde.

Bis heute nutzt Wimbledon beide Zeichen parallel. Während das Hauptlogo für Tradition, Geschichte und die Championships steht, eignet sich das „W“ besonders für Merchandise, digitale Anwendungen und moderne Markenkommunikation. Damit entstand bereits in den 1980er Jahren ein Markensystem, wie es heute bei vielen großen Sportmarken selbstverständlich ist
Die spätere Modernisierung ohne echten Bruch
Seit den späten 1980er Jahren setzt Wimbledon auf Kontinuität statt auf große Rebrandings. Das Hauptlogo wurde über die Jahrzehnte lediglich verfeinert – etwa durch modernisierte Typografie, klarere Proportionen und kleinere Anpassungen an Schlägern oder Farben. Die Grundidee blieb jedoch unverändert.
Das Ergebnis war kein komplett neues Logo, sondern eine zeitgemäße Weiterentwicklung des bekannten Erscheinungsbildes.

Gerade das macht die Marke so stark: Wimbledon wurde modernisiert, aber nie neu erfunden. Das Logo blieb erkennbar – und genau diese Kontinuität prägt den Auftritt bis heute.
Warum das Logo bis heute funktioniert
Aus Designperspektive ist Wimbledon ein interessantes Gegenbeispiel zu vielen aktuellen Aus Designperspektive ist Wimbledon ein interessantes Gegenbeispiel zu vielen aktuellen Markenentwicklungen.
Während zahlreiche Unternehmen regelmäßig Rebrandings durchführen, beweist Wimbledon seit Jahrzehnten, dass auch das Gegenteil funktionieren kann.
Das Logo profitiert vor allem von Wiedererkennbarkeit, Konsistenz und Vertrauen. Die gekreuzten Schläger sind weltweit bekannt, die Gestaltung bleibt über Generationen hinweg konstant und genau diese Beständigkeit vermittelt Qualität und Glaubwürdigkeit.
Dadurch funktioniert das Emblem heute ähnlich wie der Nike-Swoosh oder die drei Streifen von Adidas. Selbst ohne den Schriftzug erkennen viele Menschen sofort die Marke dahinter.
Warum Wimbledon für Marken so spannend ist
Die Geschichte des Wimbledon-Logos zeigt eindrucksvoll, dass gutes Branding nicht immer bedeutet, ständig Neues zu schaffen.
Manchmal liegt die größte Stärke darin, eine klare Identität über Jahrzehnte konsequent weiterzuführen. Genau das hat Wimbledon geschafft.
Das Logo erzählt bis heute dieselbe Geschichte wie vor über 100 Jahren: Tradition, sportliche Exzellenz und britische Eleganz.
Und genau deshalb gehört Wimbledon nicht nur zu den bekanntesten Tennisturnieren der Welt, sondern auch zu den stärksten und konsequentesten Marken im internationalen Sport.
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